Büroimmobilien

Büroimmobilien zählen ebenso zur Gruppe der Wirtschaftsimmobilien wie Logistik- und Handelsimmobilien. Sie bieten Raum für wirtschaftliche Aktivität und werden in allen Phasen des betrieblichen Leistungsprozesses benötigt.

Neben ausreichender Fläche für die Bürobeschäftigten sollen Büroimmobilien auch eine wirtschaftliche Flächenaufteilung und eine intelligente Gebäudetechnik aufweisen, um den Anforderungen ihrer Nutzer entsprechen zu können. Die Nachfrage nach Büroflächen wird von der Anzahl der Erwerbstätigen beeinflusst. Insbesondere mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel vom verarbeitenden Gewerbe hin zur Dienstleistungsgesellschaft, stieg die Nachfrage nach Büroimmobilien. Zu den bedeutendsten deutschen Bürostandorten zählen die Städte Düsseldorf, Frankfurt am Main, München, Hamburg und Berlin.

In Deutschland liefert die amtliche Statistik mit Ausnahme der jährlichen Bautätigkeit keine Daten zu Büro- und Verwaltungsflächen. Die vorhandenen Angaben stammen im Wesentlichen aus privatwirtschaftlichen regionalen Expertisen. Diese beinhaltet Unterschiede hinsichtlich der Erhebungsmethoden sowie Einschränkungen bei der Vergleichbarkeit. Die folgenden Angaben zum Büroflächenbestand sind Schätzungen. Jedoch führen unterschiedliche Abschätzungen von Marktakteuren nur zu geringfügigen Abweichungen.

Exzerpt Frühjahrsgutachten 2017

Positive Konjunkturzahlen und Beschäftigungsgewinne haben nicht nur 2016, sondern konstant über die letzten Jahren die Nachfrage nach Büroflächen sukzessive erhöht. Vor diesem Hintergrund wird die positive Einstellungsbereitschaft der heimischen Arbeitgeber auch 2017 anhalten. Damit setzt sich der seit einigen Jahren positive Trend der Beschäftigungsentwicklung konstant fort und die Nachfrage nach Büroflächen dürfte sich auch in diesem Jahr unter dem Strich erfreulich, aber nicht euphorisch entwickeln. Bei geringer Neubautätigkeit werden zudem seit 2010 kontinuierlich Überkapazitäten abgebaut, die auf den Boom zur Jahrtausendwende zurückgehen. Dieser Trend, aber auch das hohe Interesse privater wie auch institutioneller Investoren aus dem In- und Ausland werden 2017 ihre Fortsetzung finden.

Aufgrund der positiven Konjunkturaussichten dürfte sich auch 2017 die Nachfrage nach Büroflächen auf hohem Niveau belaufen, ein höherer Flächenumsatz als 2016 dürfte aber kaum zu erreichen sein. Neben dem sich bereits jetzt an zahlreichen A-, B- und sogar C-Standorten abzeichnenden Flächenmangel und den weiterhin zu erwartenden niedrigen Vorvermietungsquoten, die für die Projektfinanzierung unerlässlich sind, dürfte zu wenig Flächenangebot am Vermietungsmarkt bestehen, um den sehr hohen Wert von 2016 zu übertreffen.

Entsprechend wird der Leerstand noch weiter abnehmen, und viele Städte dürften sich noch weiter zu „Vermietermärkten“ entwickeln, mit entsprechendem Preis- bzw. Mietanstieg. 2017 ist beim Mietanstieg auch durchaus noch mehr Dynamik als im abgelaufenen Jahr 2016 zu erwarten, die sich nicht nur auf die A-Standorte beschränken wird.

Die Anfangsrenditen werden sich nach dem wiederholten sehr starken Absinken in den Jahren 2015 und 2016 auch 2017 noch etwas nach unten bewegen. Ein ähnlich hoher Rückgang, wie er im letzten Jahr auch in dezentralen Lagen zum Teil zu beobachten war, ist jedoch auszuschließen.

Allgemeine Kennzahlen
Anzahl der Bürobeschäftigten absolut (2012) ca. 13,7 Mio.
Anteil an allen Erwerbstätigen (2012) 32,8%
   
Mietflächenbestand Büroimmobilien nach MF/G (2012) 326,3 Mio. m²
Mietflächenbestand Büroimmobilien BGF (2012) 407 Mio. m²
   
Leerstand absolut in allen 127 Büromärkten (MF/G) (2012) 12,2 Mio. m²
   
durchschnittliche Mietfläche pro Bürobeschäftigten (MF/G) (2012) 24 m²
durchschnittliche Mietfläche pro Bürobeschäftigten (BGF) (2012) 29,9 m²
   
Neubauvolumen (MF/G) 1,8 Mio. m²
   

Quellen:

  • BulwienGesa
  • Statistisches Bundesamt
  • DV/gif "Wirtschaftsfaktor Immobilien 2013"
Investmentdaten
Investmentvolumen Büro Deutschland (in Mrd. €)
BNP Paribas (Q1-Q2/2016) 7,57
CBRE (Q1-Q2/2016) 7,6
Jones Lang LaSalle (Q1-Q2/2016) 7,56
Savills (Q1-Q2/2016) 7,44
DTZ/Cushman & Wakefield (Q1/2016) 3,7
Colliers (Q1-Q2/2016) 7,6
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