Daten der Immobilienwirtschaft

Die deutsche Immobilienwirtschaft – Stabilisator und Wachstumsmotor

Mit über 790.000 Unternehmen und rund 4 Millionen Erwerbstätigen ist die Immobilienwirtschaft nicht nur einer der größten Wirtschaftszweige Deutschlands, sondern mit einer Zunahme an Beschäftigung und Wertschöpfung auch eine der dynamischsten Wachstumsfelder. Die Branche vereinigt 24,5 % aller Unternehmen und 10 % aller Beschäftigten auf sich. Mit rund 434 Milliarden Euro und damit 19 % trug die Immobilienwirtschaft 2011 (zum Vergleich 2006: 390 Milliarden Euro) zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei. Sie ist damit wesentlich größer als der Fahrzeugbau, dessen Wertschöpfung bei 81 Milliarden Euro lag. Die Immobilienwirtschaft ist zudem stärker und komplexer mit der Volkswirtschaft verwoben.

Immobilienwirtschaft bewirtschaftet das 3,9fache des Bruttoinlandsproduktes

Der Wert der Wohn- und Nichtwohnbauten betrug zu Beginn des Jahres 2011 7,4 Billionen Euro. Davon entfielen 57 % auf Wohnbauten und 43 % auf Gewerbe- und Infrastrukturbauten. Zusammen mit den Grundstücken (2,7 Billionen Euro), summiert sich das gesamte Immobilienvermögen auf knapp 10,1 Billionen Euro. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands belief sich im Jahr 2011 auf knapp 2,6 Billionen Euro.

Belegt wird die große Bedeutung der Immobilienwirtschaft und ihre Verzahnung mit der Finanzwirtschaft auch dadurch, dass in Deutschland mehr als 50 % aller Kredite durch Immobilien besichert werden. Insgesamt belief sich das Kreditvolumen für den Bau und Erwerb von Wohnungen Ende 2012 auf rund 1,1 Billionen Euro, was 46,6 % aller ausstehenden Kredite an inländische Unternehmen und Privatpersonen entsprach.

Stabilisierende Funktion in Krisenzeiten

Eine Besonderheit des deutschen Immobilienmarktes im internationalen Vergleich ist seine große Stabilität. Deutschland weist von allen OECD-Staaten die geringsten Schwankungen bei Wohnimmobilienpreisen auf. In Deutschland hat es keinen Preisboom sowohl bei Gewerbe- als auch bei Wohnimmobilien gegeben. Auch im Jahr der größten Krise – 2008 – und auch die derzeitige Preisentwicklung dürfen nicht als sich beginnende Blase fehlinterpretiert werden. In Anbetracht der engen gesamtwirtschaftlichen Verzahnung der Immobilienwirtschaft gewinnt diese Stabilität in Krisenzeiten eine außergewöhnliche Bedeutung. Die Immobilienwirtschaft im engeren Sinn wuchs seit 2008 um 2 %.

Ein Grund hierfür ist das System der Immobilienfinanzierung in Deutschland. Festzinsen und hohe Eigenkapitalquoten sorgen dafür, dass die Immobilienpreise im Vergleich zu anderen Ländern weniger auf kurzfristige Zinsänderungen reagieren. Durchschnittlich finanzieren deutsche Wohneigentumserwerber mit 27 % Eigenkapital. Geprägt wird das deutsche Immobilienfinanzierungssystem auch durch den Pfandbrief, über den rund ein Fünftel aller Hypothekenkredite refinanziert wird. Der Pfandbrief gilt als außerordentlich sicheres Wertpapier und legt die Grundlage für langfristige Finanzierungen.

Darüber hinaus verfügt Deutschland über einen sehr großen und gut funktionierenden Mietwohnungsmarkt. Im Gegensatz zu Großbritannien oder den USA gibt es in Deutschland keinen Subprime-Markt, weil hierzulande Haushalte mit finanziellen Problemen keine teuren Kredite in Anspruch nehmen müssen, um sich ihre Wohnwünsche erfüllen zu können. Sie finden auf dem Mietwohnungsmarkt attraktive Alternativen zum Eigenheim.

Immobilienwirtschaft nach weiter Definition (zzgl. Architekten, Planer, Kreditgeber, Berater und Bauunternehmen) 2011
Bruttowertschöpfung 434 Mrd. €
Anteil an der Gesamtwertschöpfung 19 %
   
Anzahl von Unternehmen 790.000
Anteil an allen Unternehmen 24,5 %
 
Nettoanlagevermögen der Bauten 7,4 Bio. €
Immobilienvermögen inklusive Grund und Boden 10,1 Bio. €
 
Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigte 2,8 Mio.
Anteil an allen Beschäftigten 10 %
 
Transaktionsvolumen 170 Mrd. €

Quelle: Wirtschaftsfaktor Immobilien 2013

Immobilienwirtschaft nach enger Definition (Vermittlung, Verwaltung, Handel und Vermietung) 2011
Bruttowertschöpfung 264 Mrd. €
Anteil an der Wertschöpfung in Deutschland 11,9 %
   
Anzahl von Unternehmen 286.000
Anteil an allen Unternehmen 8,9 %
   
Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten 215.000
Anzahl der Erwerbstätigen 435.000

Quelle: Wirtschaftsfaktor Immobilien 2013

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