Makrodaten und Sentiment Indikatoren

Die gute Stimmung auf dem deutschen Immobilienmarkt wird pünktlich zur wichtigsten Gewerbeimmobilienmesse noch getoppt. Diese Einschätzung belegt auch die Entwicklung des Immobilienkonjunktur-Index der Deutschen Hypothekenbank AG. 

Das Immobilienklima erreicht wieder ähnliche Höhen wie im April 2012 und nahm allein von August zu September um immerhin 3,5 % zu. Die ist insofern erklärlich als das die Branche die Rahmenbedingungen der Branche als sehr positiv bewerten. Sowohl die (noch) positiven Wachstumsprognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für das Jahr 2014 sowie die besseren Aussichten in der Eurozone schlagen sich hier nieder. Damit wird die Schönwetterlage noch anhalten. Aber auch die fundamentalen Daten, auf die die positiven Aussichten der einzelnen Teilsegmente beruhen, haben sich verbessert. So gehen die führenden Marktbeobachter (gif/CRES Consensus Prognose 1/2013) davon aus, dass sich beispielsweise die Spitzenmieten in den großen Bürometropolen weiter erhöhen werden und die Leerstände in den meisten TOP-Fünf-Standorten eher abnehmen den zunehmen werden. Hier wird sich der Anstieg der Bürobeschäftigten entsprechend niederschlagen.

Sorgen bereitet der Branche jedoch die Entwicklung der Zinsen. Wenn sich die Zinsen signifikant nach oben entwickeln kann von einer merklichen Abkühlung ausgegangen werden. Auch wenn sich die Aussichten in der Gesamtwirtschaft wegen der Exportabhängigkeit spürbar eintrüben, ist ein großer Effekt auf die Aussichten der Immobilienwirtschaft absehbar. Zudem werden die rechtlichen Rahmenbedingungen von den Weichenstellungen  im Koalitionsvertrag der zukünftig regierenden Parteien maßgelblich beeinflusst werden und nicht ohne Auswirkungen auf die Immobilienkonjunktur sein. Zu nennen sind hier beispielweise die Frage nach der Einführung einer Vermögenssteuer oder die Eingriffe in die Preispolitik der Märkte wie durch eine Mietpreisbremse.

Exzerpt Frühjahrsgutachten 2017

Die deutsche Wirtschaft befindet sich zu Beginn des Jahres 2017 in guter Verfassung und knüpft an den positiven Wachstumstrend der vergangenen drei Jahre an. Im Jahr 2016 ist das reale Bruttoinlandsprodukt um 1,9% angestiegen. Damit ist die Wirtschaftsleistung stärker als das Produktionspotenzial gewachsen, das sich um 1,3% erhöht hat. Für das Jahr 2017 prognostiziert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung eine Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts von 1,3%. Die erwartete geringere Wachstumsrate lässt sich zum Großteil durch einen Kalendereffekt erklären, weil im Jahr 2017 im Vorjahresvergleich mehr Feiertage in die Arbeitswoche fallen.

Das Wirtschaftswachstum wird weiterhin von einer starken Binnennachfrage getragen. Die gute Konsumentenstimmung spiegelt die positive Lage auf dem Arbeitsmarkt wider. Darüber hinaus ist das verfügbare Einkommen durch niedrige Energiepreise und geringe Finanzierungskosten begünstigt. Im Jahr 2017 wird der Energiepreiseffekt jedoch, aufgrund der zum Jahresende 2016 hin angezogenen Ölpreise, voraussichtlich wegfallen. Die Finanzpolitik ist expansiv, dennoch schreitet die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen weiter voran, womit sich die Schuldenstandsquote dem Maastricht-Kriterium von 60% annähert. Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat das außenwirtschaftliche Umfeld für die deutsche Exportwirtschaft trotz der mäßigen Weltnachfrage zwar deutlich verbessert. Angesichts einer nur moderaten Ausweitung der Unternehmensinvestitionen begründen die geldpolitischen Wachstumsimpulse jedoch Zweifel an der Nachhaltigkeit des deutschen Wirtschaftswachstums.

Die das Wirtschaftswachstum begünstigenden Rahmenbedingungen gelten gleichermaßen für die Immobilienwirtschaft. So führen das günstige Zinsumfeld und die gute Arbeitsmarktverfassung zu einer gestiegenen Nachfrage nach Wohnimmobilien. Darüber hinaus steigt die Nachfrage nach Immobilien, weil die Renditen von sicheren alternativen Investments, wie beispielsweise Staatsanleihen, durch die Niedrigzinspolitik der EZB nahe oder sogar unter null sind. Alternative Kapitalanlagen haben aufgrund eines unsicheren außenpolitischen Umfeldes an Attraktivität verloren. Hinzu kommt eine hohe Nettozuwanderung aus dem Jahr 2015, die zu einer Verknappung von Wohnraum geführt hat. Die Nachfrage nach privatem Wohnraum ist allerdings über Deutschland nicht gleichmäßig verteilt. Nachfragestarke Ballungszentren heben sich von nachfragerückläufigen ländlichen Regionen ab. Entsprechend heterogen entwickeln sich die Immobilienpreise in Deutschland, denn der Nachfrageausweitung in den Städten steht keine ausreichende Angebotsausweitung gegenüber.

Makrodaten Wert Zeitraum
Bruttoinlandsprodukt 3025,9 Mrd. € 2015
Wachstum BIP 1,7% 2015
Inflationsrate 1,7% 12/2016
Einzelhandelsumsatz (Indexwert 2010=100) 98,3 01/2016
Einzelhandelsumsatz 481,8 Mrd. € 2016
Haushaltseinkommen/verf. EK (ausgabefähige Einkommen) 3.180 € 2013
Durchschnitt Haushaltsbruttoeinkommen 4.086 €

2013

 Quellen

  • Statistisches Bundesamt
  • bmwi
  • Handelsverband Deutschland
Sentiment Indikatoren Wert Zeitraum
GFK Konsumklimaindex

10,2

08/2016
Konjunkturerwartung 8,6 08/2016
Einkommenserwartung 58,3 08/2016
Anschaffungsneigung 57,3 08/2016
     
ifo Geschäftsklimaindex (2005=100)
   
Klima 109,8 01/2017
Lage 116,9 01/2017
Erwartungen 103,2 01/2017
     
ZEW-Index (Langfristiger Mittelwert)
24,4 12/2016
     
KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
   
kleine/mittlere Unternehmen    
Geschäftsklima 19,5 01/2017
Geschäftslage 29,4 01/2017
Erwartungen   9,5 01/2017
große Unternehmen    
Geschäftsklima 16,9 01/2017
Geschäftslage 28,4 01/2017
Erwartungen   5,6 01/2017

 Quellen:

  • GfK
  • cesifo-group
  • ZEW
  • KfW
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