Finanzierung
Kapitalmarktunion

Mit ihrem im Herbst 2015 veröffentlichten Aktionsplan zur Schaffung einer Kapitalmarktunion hat die Europäische Kommission ein wichtiges Großvorhaben auf den Weg gebracht, das auch die Immobilienwirtschaft mittelbar und unmittelbar betrifft.

Immobilieninvestments spielen für private Anleger und institutionelle Investoren eine herausragende Rolle. Doch genau wie die Immobilienbranche Einfluss auf den Finanzmarkt haben kann, so ist sie als besonders kapitalintensive Branche auch von ihm abhängig. Die gesicherte Versorgung der Immobilienwirtschaft mit Kapital stellt eine der wesentlichen Herausforderungen einer Branche dar, die maßgeblich zur Stabilisierung der Volkswirtschaft – auch in Krisenzeiten – beiträgt, aber zugleich auch besonders kapitalintensiv ist.

Die wichtigsten Anbieter von Immobilienkrediten sind nach wie vor die Banken. Aufgrund verstärkter finanzmarktregulatorischer Anforderungen im Bankensektor und der damit verbundenen restriktiveren Kreditvergabe werden jedoch auch alternative Finanzierungsmodelle für Projektentwickler und Investoren immer wichtiger.

Der ZIA begrüßt daher das Vorhaben, eine europäische Kapitalmarktunion zu schaffen und dadurch die Finanzierungsmöglichkeiten der Realwirtschaft zu verbessern und das Finanzsystem durch die Erschließung einer breiteren Palette an Finanzierungsquellen zu stabilisieren. Denn das gelungene Zusammenspiel verschiedener Finanzierungsformen ist ein entscheidender Aspekt für eine stabile Volkswirtschaft.

Der Aktionsplan Kapitalmarktunion sieht im Zeitraum 2015 – 2019 eine Vielzahl von Maßnahmen zur Schaffung von verbesserten Anlagemöglichkeiten und einer besseren Verknüpfung von Finanzierung und Realwirtschaft vor. Das erschlossene Kapital soll allen Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren (KMU), sowie Infrastrukturvorhaben zufließen und zur Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen beitragen. Viele Maßnahmen, wie z.B. ein neuer Rechtsrahmen für Verbriefungen, eine neue Prospektverordnung oder Änderungen des rechtlichen Rahmens für Risikokapitalinvestitionen wurden bereits auf den Weg gebracht oder befinden sich zurzeit in der Umsetzung in Rat und Europäischem Parlament.

Am 8. Juni 2017 hat die Kommission ihre Halbzeitbewertung des Aktionsplans vorgelegt, die eine Bilanz der bislang erzielten Ergebnisse sowie eine Erweiterung der bisherigen Aktionspunkte um neue ambitioniertere Ziele zur Vollendung des Kapitalbinnenmarktes enthält. Die Kommission hat zugleich eine Senkung der Risikokalibrierung im Rahmen von Solvency II für Versicherungen, die in Infrastrukturunternehmen investieren, vorgeschlagen. Der ZIA verfolgt die Überlegungen der Kommission eng mit und beteiligt sich an den entsprechenden Konsultationen.

Stand: 20. Juni 2017

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Kontakt

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Abteilungsleiter Finanzmarktregulierung und Steuern

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