Novellierung der Energy Performance Building Directive

Die EPBD (Richtlinie 2010/31/EU) bestimmt die Anforderungen für Methoden zur Berechnung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und definiert die Rahmenbedingungen für Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden und Gebäudeteilen in der EU. U.a. beinhaltet die EPBD, dass die Mitgliedsstaaten bis 31.12.2018 einen verpflichtenden Niedrigstenergiestandard von Nichtwohngebäuden im öffentlichen Besitz bzw. bis 31.12.2020 für alle Gebäude festlegen müssen.

Die EPBD wird derzeit novelliert und ein Entwurf wurde am 30. November 2016 im Rahmen des Winterpakets der EU-Kommission vorgestellt. Der Entwurf der EPBD sieht eine Verpflichtung der Mitgliedsstaaten vor, eine Strategie für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands, inklusive Meilensteinen und einem Zwischenziel 2030, zu entwickeln. Außerdem sollen die Mitgliedsstaaten aufgefordert werden, die Bereitstellung von Finanzierungsinstrumenten bei der energetischen Ertüchtigung des Gebäudebestandes zu gewährleisten und die Auszahlung der Fördermittel an die erzielte Effizienzverbesserung zu koppeln. Eine weitere Maßnahme betrifft die Verpflichtung Infrastruktur für Elektromobilität bereitzustellen. Dazu gehört beispielsweise, dass ab 2025 sämtliche Nichtwohnimmobilien mit mehr als zehn Parkplätzen, die neu errichtet oder umfassend modernisiert werden, mindestens eine Ladestation für E-Fahrzeuge je zehn Parkplätze bieten müssen. Neu errichtete oder umfassend modernisierte Wohngebäude müssen ab zehn Parkplätzen anschlussfähig sein. Zudem soll die Digitalisierung und die Verfügbarkeit von Daten zur Energieeffizienz eines Gebäudes eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Dafür sollen alle Nichtwohngebäude mit einem Primärenergieverbrauch über 250 MWh/Jahr bis 2023 mit digitaler Gebäudeautomation und Kontrollsystemen ausgestattet werden. Ein Indikator zur Messung der „Smartness“ soll die Transparenz über den Mehrwert der durch Digitalisierung ermöglichten Funktionen erhöhen und das Vertrauen der Besitzer und Nutzer erhöhen.

Der ZIA begrüßt den Vorstoß das Angebot an E-Ladestationen zu verbessern und den Ausbau der Infrastruktur für klimafreundliche Mobilität zu verstärken. Jedoch liegt die vorgeschlagene Menge an E-Ladestationen derzeit völlig über dem Bedarf. Der ZIA schlägt daher vor, die Zahl der Ladestationen immer in Abhängigkeit zur Zahl der zugelassenen E-Fahrzeuge in den einzelnen Mitgliedstaaten zu stellen –auch damit keine finanziellen Mehrbelastungen für die Immobilienwirtschaft  entstehen, zumal die Schaffung der infrastrukturellen Rahmenbedingungen Aufgabe des Verkehrs- und Mobilitätssektors ist. Zudem können durch eine bessere Verfügbarkeit der Daten zur Energieeffizienz im Gebäudebereich die Potentiale in den Bereichen Monitoring, Betriebsoptimierung und Benchmarking besser ausgeschöpft werden. Es gilt hier an sensiblen Stellen den notwendigen Datenschutz nicht zu vernachlässigen.

Kontakt

Thies Grothe

Abteilungsleiter Grundsatzfragen der Immobilienpolitik

Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

Tel.: +49 30 2021 585 12

Dr. Daniel Feser

Referent Energie- und Klimaschutzpolitik, Gebäudetechnik

Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

Tel.: +49 30 2021 585-47