Transparenz und Benchmarking

Es gilt: Je vollständiger und leichter verfügbar relevante Informationen sind, desto transparenter, vollkommener und damit attraktiver ist der Markt. Als ordnungspolitischer Verband hat sich der ZIA zum Ziel gesetzt, durch geeignete Initiativen die Markttransparenz zu erhöhen, weil Transparenz die Grundlage für nationale und grenzüberschreitende Investments und ein erfolgsbestimmender und imageprägender Faktor für den Markt ist. Zu den Vorteilen eines transparenten Marktes hat der ZIA das Argumentationspapier „Neun Gründe für einen transparenten Markt“ erarbeitet. Als ein weiteres Kennzeichen vollkommener Märkte zielt der ZIA auf möglichst geringe Transaktionskosten ab. Durch die Minimierung des Aufwandes zur Datenbeschaffung kann hierzu ebenfalls ein wichtiger Beitrag geleistet werden.

© ZIA, Bankow Consulting

1. Schatz der Gutachterausschussdaten heben

Die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse können bislang nur mit beträchtlicher Zeitverzögerung und in beschränktem Umfang durch die öffentlichen Stellen genutzt werden. In der Untersuchung der Wohnimmobilienindizes wurden als zentrale Herausforderungen deshalb die folgenden, in der Grafik verzeichneten Punkte ausgemacht.

Auf dieser Grundlage wurde der folgende Lösungsvorschlag entwickelt:

  • Die Notare sollten die Daten in elektronischer Form liefern, damit die Daten schneller auswertbar gemacht werden können.
  • Die Arbeit der Gutachterausschüsse sollte weiter standardisiert und harmonisiert werden.
  • Die Einsichtsrechte in die Kaufpreissammlung sind zu verbessern.

Dies bedarf einer ganzen Reihe von Änderungen der bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. Als einen ersten konkreten Umsetzungsvorschlag wurde die anstehende Novellierung des BauGB genutzt, um folgende Punkte vorzuschlagen: 

Verbesserung der Kaufpreissammlung
Die Übermittlung der Daten aus den Kaufverträgen sollte digitalisiert durch die Notare erfolgen, um eine schnellere Auswertung zu ermöglichen. Zudem sollten die Finanzämter den Gutachterausschüssen unverzüglich nach Datenerfassung Kontrollmitteilungen schicken, um einen Abgleich zu ermöglichen.

Die Zusammenarbeit der Oberen Gutachterausschüsse verbessern und institutionalisieren
Es sollte eine Geschäftsstelle der Oberen Gutachterausschüsse beim BBSR geschaffen werden. Diese sollte den bundesweitern Immobilienmarktbericht auf der Grundlage der Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse erstellen. Eine weitere Aufgabe der BBSR-Geschäftsstelle wäre die Standardisierung von Datenerhebungs- und verarbeitungsverfahren sowie die Vorgabe von gemeinsamen Begriffen und Begriffsverständnissen, um die Einheitlichkeit von Bundesimmobilienmarktbericht und den Landesimmobilienmarktberichten der OGA sicherzustellen.

Einsichtsrechte ausweiten
In der bisherigen Regelung ist enthalten, dass Auskünfte nur bei berechtigtem Interesse gegeben werden. Dem Wirtschaftszweig, der ursprünglich die Daten geliefert hat, sollte ebenfalls in angemessener Weise und bei Wahrung der berechtigten Belange des Datenschutzes Einsicht in die Daten gewährt werden. Es wird gefordert, dass, wo immer möglich, eine Absenkung der Hürde zur Einsichtnahme in Daten erfolgt.

Der ZIA hat die Novellierung des BauGB als Chance begriffen und erreicht, dass die Gutachterausschüsse die nationale Markttransparenz unterstützen sollen. Damit ist die Grundlage für weitere Schritte gelegt.

2. Gutachterausschussdaten sind Geodaten - GeoRealEstate

Gemeinsam mit dem im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie angesiedelten Kommission für Geoinformationswirtschaft hat der ZIA ein Leitprojekt initialisiert, da nach Auffassung des ZIA Gutachterausschussdaten Geodaten sind. Die GIW-Leitprojekte loten das wirtschaftliche Potenzial von bedarfsgerecht aufbereiteten Geoinformationen in unterschiedlichen Branchen aus. In dem Leitprojekt "GeoRealEstate" befasst sich der Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) mit der Frage, wie Geoinformationen für die Branche der Immobilienwirtschaft besser nutzbar gemacht werden können.
Ziele des Projekts "GeoRealEstate":
Analyse des Datenaustausches in der Immobilienwirtschaft und der öffentlichen Hand.Erarbeitung von Vorschlägen und Lösungen, um den Datenschatz der Gutachterausschüsse zu heben.Umsetzung von einheitlichen Rahmenbedingungen wie Preise und Lizenzen.Standardisierung und rasche Verfügbarkeit der Daten.

Maßnahmen:

Gemeinsam mit den Gutachterausschüssen führt der ZIA ein Pilotprojekt, um private Daten mit den Daten der Gutachterausschüsse. zusammenzuführen. Die Erkenntnisse daraus bilden die Grundlage von "GeoRealEstate".Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse.Schaffung einer verbesserten Anspruchsgrundlage zur Herausgabe von Daten durch die örtlichen Gutachterausschüsse.

Mehrwert:
Verbesserung und Effizienzsteigerung der Transaktionsprozesse.Transparente Märkte für mehr Wettbewerb - gilt auch für internationale Investoren.Transparente Märkte für mehr Liquidität und höhere Verkaufszahlen. Dies führt auch für die öffentliche Hand zu mehr Steueraufkommen.Mehr Transparenz für Haushalte und Unternehmen.

Ausblick:
Immobilienwirtschaft und Finanzwirtschaft profitieren von besseren Daten zur Preisbeobachtung.Effizienzgewinn für die öffentliche Verwaltung.

Die Projektskizze GeoRealEstate können Sie am Ende dieser Seite abrufen.

3. Freiwillige Datenfreigabe von Immobilienunternehmen

Der ZIA fordert nicht nur Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, mehr Daten verfügbar zu machen, sondern fordert die Mitglieder auf, freiwillig dem Markt mehr Daten zur Verfügung zu stellen.

4. Statistiklücken schließen – Einheitliche Definition des Wirtschaftszweiges Immobilienwirtschaft

Der ZIA hat die Statistiklücken identifiziert und steht im Austausch mit dem Statistischen Bundesamt sowie dem BMUB wie diese ggf. angegangen werden können. Wir teilen dabei die Einschätzung des Statistischen Bundesamtes, dass die Datensituation nur verbessert werden kann, wenn für die Statistik der Zugang zu anderen Datenquellen verbessert wird. In Bereich der Preisbeobachtung und der Erstellung der Hauspreisindizes haben wir bereits Initiativen gestartet, von der auch das Statistische Bundesamt profitieren dürfte.

Unser weiteres Bestreben geht dahin, durch eine einheitliche Definition der Branche der Immobilienwirtschaft eine Zuordnung der Wirtschaftskennziffern vorzunehmen. Hier wäre es weiterhin wichtig, ein gemeinsames Verständnis zu erzielen, damit in der Zukunft bei weiteren Erhebungen diese Definition angewendet werden kann. Für unsere Arbeit, insbesondere auch die Ansprache der Fachverwaltung und der Politik ist ein solches Einverständnis über den Status –Quo und die Abgrenzbarkeit der Immobilienwirtschaft von anderen Wirtschaftszweigen überaus wichtig.

Der ZIA schlägt deshalb folgende Definition vor:

„Immobilienwirtschaft ist die Bezeichnung für den Teilsektor einer Volkswirtschaft, dem die Veränderung und Bewirtschaftung von Gebäuden, zugehörigen Grundstücken sowie Bauland obliegen. Dieser umfasst damit die Haushalte und Betriebe, die für Dritte Grundstücke oder langlebige Bauwerke (Hoch- und Tiefbauten) erstellen, verändern sowie bewirtschaften.“
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Kontakt

Sabine Georgi

Abteilungsleiterin Immobilien- und Kapitalmärkte

Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

Tel.: +49 30 2021 585 24