Bedeutung der Immobilienbranche

Die Immobilienwirtschaft spielt sowohl für die Bundesrepublik Deutschland als auch für die Europäische Union eine bedeutende Rolle. Sie trägt zu erheblichem Teil zur Stärke und zum Wachstum der Wirtschaft bei und versorgt die Gesellschaft mit Lebens- und Arbeitsräumen.

Die Immobilienwirtschaft – wichtiger Wirtschaftszweig und Wachstumsmotor

Mit über 815.000 Unternehmen und rund 3 Millionen Erwerbstätigen ist die Immobilienwirtschaft nicht nur einer der größten Wirtschaftszweige Deutschlands, sondern mit einer Zunahme an Beschäftigung und Wertschöpfung auch eines der dynamischsten Wachstumsfelder. Die Branche vereinigt 25 % aller Unternehmen und knapp 10 % aller Beschäftigten auf sich. Mit rund 500 Milliarden Euro trug die Immobilienwirtschaft 18 % zur gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland 2015 bei. Sie ist damit wesentlich größer als der Fahrzeugbau, dessen Wertschöpfung bei 130 Milliarden Euro lag. Die Immobilienwirtschaft ist zudem stärker und komplexer mit der Volkswirtschaft verwoben.

Immobilienwirtschaft bewirtschaftet das 3,7-fache des Bruttoinlandsproduktes

Das deutsche Nettoanlagevermögen in Wohn- und Nichtwohnbauten betrug 2018 knapp 9 Billionen Euro. Davon entfielen 61 % auf Wohnbauten und 39 % auf Gewerbe- und Infrastrukturbauten. Zusammen mit den Grundstückswerten (3,2 Billionen Euro), summiert sich das gesamte Immobilienvermögen der Deutschen auf knapp 11,2 Billionen Euro. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands belief sich im Jahr 2015 auf knapp 3 Billionen Euro.

Belegt wird die große Bedeutung der Immobilienwirtschaft und ihre Verzahnung mit der Finanzwirtschaft auch dadurch, dass sich das Kreditvolumen für den Bau und Erwerb von Wohnungen Anfang 2018 auf rund 40 % des deutschen BIPs belief.

Stabilisierende Funktion in Krisenzeiten

Eine Besonderheit des deutschen Immobilienmarktes im internationalen Vergleich ist seine große Stabilität. Deutschland weist von allen OECD-Staaten die geringsten Schwankungen bei Wohnimmobilienpreisen auf. Insbesondere in den Jahren der Finanzkrise hat die deutsche Immobilienbranche nachweislich stabilisierend gewirkt. In Anbetracht der engen gesamtwirtschaftlichen Verzahnung der Immobilienwirtschaft gewinnt diese Stabilität in Krisenzeiten eine außergewöhnliche Bedeutung.

Ein Grund hierfür ist das System der Immobilienfinanzierung in Deutschland. Festzinsen und hohe Eigenkapitalquoten sorgen dafür, dass die Immobilienpreise im Vergleich zu anderen Ländern weniger auf kurzfristige Zinsänderungen reagieren. Geprägt wird das deutsche Immobilienfinanzierungssystem auch durch den Pfandbrief. Der Pfandbrief gilt als außerordentlich sicheres Wertpapier und legt die Grundlage für langfristige Finanzierungen.

Darüber hinaus verfügt Deutschland über einen sehr großen und gut funktionierenden Mietwohnungsmarkt. Im Gegensatz zu Großbritannien oder den USA gibt es in Deutschland keinen Subprime-Markt, weil hierzulande Haushalte mit finanziellen Problemen keine teuren Kredite in Anspruch nehmen müssen, um sich ihre Wohnwünsche erfüllen zu können. Sie finden auf dem Mietwohnungsmarkt attraktive Alternativen zum Eigenheim.

Die Schlüsselrolle der Immobilienbranche für die EU

Aber auch auf europäischer Ebene nimmt die Immobilienbranche eine besondere Stellung ein. Gemeinsam mit 29 anderen Verbänden aus der gesamten Wertschöpfungskette der europäischen Immobilienwirtschaft hat der ZIA die Größe und die Bedeutung dieses Sektors analysiert und festgestellt, dass dieser auch für die europäische Wirtschaft und Gesellschaft eine Schlüsselrolle einnimmt.

Immobilienwirtschaft nach weiter Definition (zzgl. Architekten, Planer, Kreditgeber, Berater und Bauunternehmen)
Bruttowertschöpfung 500 Mrd. € (2016)
Anteil an Gesamtwertschöpfung 18,2 % (2016)
Anzahl Unternehmen 817.106 (2015)
Anteil an allen Unternehmen 25,1 % (2015)
Nettoanlagevermögen der Bauten 8 Bio. € (2015)
Immobilienvermögen inklusive Grund und Boden 11,2 Bio. € (2015)
Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 3,0 Mio. (2016)
Anteil an allen Beschäftigten 9,5 % (2016)
Transaktionsvolumen 237,5 Mrd. €

Quelle:

Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017

Immobilienmarktbericht Deutschland 2017

Immobilienwirtschaft nach enger Definition (Vermittlung, Verwaltung, Handel und Vermietung) 

Bruttowertschöpfung

325 Mrd. € (2018)

Anteil an Gesamtwertschöpfung

11 % (2018)

Nettoanlagevermögen der Bauten

5,5 Bio. € (2017)

Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

265.308 (2018)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Immobilienwirtschaft in der EU

Anteil Immobilienwirtschaft an Bruttowertschöpfung

11 % (2016)

Anteil des Immobiliensektors an Bruttoinlandsprodukt

16 % (2017)
Beschäftigte in der Immobilienwirtschaft 2,8 Mio. (2016)
Investitionsrate 60,6 % (2016)

Quelle: Eurostat

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