Daten der Immobilienwirtschaft

Die deutsche Immobilienwirtschaft – Stabilisator und Wachstumsmotor

Mit über 817.000 Unternehmen und rund 3 Millionen Erwerbstätigen ist die Immobilienwirtschaft nicht nur einer der größten Wirtschaftszweige Deutschlands, sondern mit einer Zunahme an Beschäftigung und Wertschöpfung auch eine der dynamischsten Wachstumsfelder. Die Branche vereinigt 25,1 % aller Unternehmen und 10 % aller Beschäftigten auf sich. Mit rund 500 Milliarden Euro und damit 18,2 % trug die Immobilienwirtschaft 2015 (zum Vergleich 2011: 434 Milliarden. Euro, 2006: 390 Milliarden Euro) zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bei. Sie ist damit wesentlich größer als der Fahrzeugbau, dessen Wertschöpfung bei 129,6 Milliarden Euro lag. Die Immobilienwirtschaft ist zudem stärker und komplexer mit der Volkswirtschaft verwoben.

Immobilienwirtschaft bewirtschaftet das 3,7fache des Bruttoinlandsproduktes

Der Wert der Wohn- und Nichtwohnbauten betrug zu Beginn des Jahres 2015 8 Billionen Euro. Davon entfielen 60 % auf Wohnbauten und 40 % auf Gewerbe- und Infrastrukturbauten. Zusammen mit den Grundstücken (3,2 Billionen Euro), summiert sich das gesamte Immobilienvermögen auf knapp 11,2 Billionen Euro. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands belief sich im Jahr 2015 auf knapp 3 Billionen Euro.

Belegt wird die große Bedeutung der Immobilienwirtschaft und ihre Verzahnung mit der Finanzwirtschaft auch dadurch, dass in Deutschland mehr als 50 % aller Kredite durch Immobilien besichert werden. Insgesamt belief sich das Kreditvolumen für den Bau und Erwerb von Wohnungen Ende 2015 auf rund 1,2 Billionen Euro, was 40 % des deutschen BIPs entsprach.

Stabilisierende Funktion in Krisenzeiten

Eine Besonderheit des deutschen Immobilienmarktes im internationalen Vergleich ist seine große Stabilität. Deutschland weist von allen OECD-Staaten die geringsten Schwankungen bei Wohnimmobilienpreisen auf. In Deutschland hat es keinen Preisboom sowohl bei Wirtschafts- als auch bei Wohnimmobilien gegeben. Auch im Jahr der größten Krise – 2008 – und auch die derzeitige Preisentwicklung dürfen nicht als sich beginnende Blase fehlinterpretiert werden. In Anbetracht der engen gesamtwirtschaftlichen Verzahnung der Immobilienwirtschaft gewinnt diese Stabilität in Krisenzeiten eine außergewöhnliche Bedeutung. Die Immobilienwirtschaft im engeren Sinn wuchs seit 2008 um 2 %.

Ein Grund hierfür ist das System der Immobilienfinanzierung in Deutschland. Festzinsen und hohe Eigenkapitalquoten sorgen dafür, dass die Immobilienpreise im Vergleich zu anderen Ländern weniger auf kurzfristige Zinsänderungen reagieren. Durchschnittlich finanzieren deutsche Wohneigentumserwerber mit 24 % Eigenkapital. Geprägt wird das deutsche Immobilienfinanzierungssystem auch durch den Pfandbrief, über den rund ein Fünftel aller Hypothekenkredite refinanziert wird. Der Pfandbrief gilt als außerordentlich sicheres Wertpapier und legt die Grundlage für langfristige Finanzierungen.

Darüber hinaus verfügt Deutschland über einen sehr großen und gut funktionierenden Mietwohnungsmarkt. Im Gegensatz zu Großbritannien oder den USA gibt es in Deutschland keinen Subprime-Markt, weil hierzulande Haushalte mit finanziellen Problemen keine teuren Kredite in Anspruch nehmen müssen, um sich ihre Wohnwünsche erfüllen zu können. Sie finden auf dem Mietwohnungsmarkt attraktive Alternativen zum Eigenheim.

Immobilienwirtschaft nach weiter Definition (zzgl. Architekten, Planer, Kreditgeber, Berater und Bauunternehmen)
Bruttowertschöpfung 500 Mrd. €
Anteil an der Gesamtwertschöpfung 18,2 %
Anzahl von Unternehmen 817.106
Anteil an allen Unternehmen 25,1 %
Nettoanlagevermögen der Bauten 8 Bio. €
Immobilienvermögen inklusive Grund und Boden 11,2 Bio. €
Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter 3,0 Mio.
Anteil an allen Beschäftigten 9,5 %
Transaktionsvolumen 237,5 Mrd. €

Quelle:

Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017

Immobilienmarktbericht Deutschland 2017, Arbeitskreis der oberen Gutachterausschüsse

Immobilienwirtschaft nach enger Definition (Vermittlung, Verwaltung, Handel und Vermietung) 

Bruttowertschöpfung

302,9 Mrd. €

 

Anteil an der Wertschöpfung in Deutschland

10,9 %

Anzahl von Unternehmen

302.264

Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten

252.300
Anzahl der Erwerbstätigen 467.000

Quelle: Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017

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