Hotelimmobilien

Das Hotel als Betreiberimmobilie rückt immer mehr in den Fokus privater und vor allem institutioneller Investoren. In der Vergangenheit wurden Hotelimmobilien lediglich Anlageportfolios beigemischt oder als Ersatzinvestition für beispielsweise Büroimmobilien angesehen. Die Hotelimmobilie hat sich nun als eine eigenständige Asset-Klasse auf dem deutschen Anlagemarkt etabliert.

Exzerpt Frühjahrsgutachten 2018

Das achte Jahr in Folge legten die Übernachtungszahlen in Deutschland zu. Nach vorläufigen Berechnungen stiegen 2017 die Anzahl der Ankünfte im heimischen Beherbergungsgewerbe um 4,2% auf ca. 178,8 Mio. und die Anzahl der Übernachtungen um 2,7% auf rund 459,5 Mio. an.

Ungeachtet der hohen Fertigstellungs- und Projektierungszahlen dürfte das Transaktionsvolumen zum Ende des Jahres unter dem Vorjahreswertes von 5,2 Mrd. Euro liegen, da im 4. Quartal keine größeren Portfoliotransaktionen mehr erwartet wurden. Dafür wechselten in den ersten drei Quartalen 2017 Hotels (inkl. Forward-Deals) im Wert von rund 3,1 Mrd. Euro ihre Besitzer. Dabei handelte es sich um 61 Einzel- und 13 Portfoliotransaktionen, die zu ca. zwei Dritteln von deutschen Investoren erworben wurden.

Angesichts des immer noch recht hohen Nachfrageniveaus stiegen die Preise für Hotels im vergangenen Jahr weiter an. Motel One erwarb im Frühjahr 2017 das Leipziger Objekt an der Nikolaikirche von Lloyd Fonds zum 22,2fachen der Jahresnettomiete. In den deutschen A-Städten nähern sich die Spitzenrenditen der 4%-Marke. Im internationalen Vergleich liegt der Wert eines Hotelzimmers in Deutschland aber immer noch auf einem niedrigen Niveau, was der von HVS, London, publizierte HotelValuation-Index (nur Upscale-Segment) deutlich zum Ausdruck bringt. Von den von HVS 33 abgebildeten internationalen Städten belegte München 2016 mit ca. 297.400 Euro je Zimmer Platz 10 (Vorjahr Platz 8), Hamburg und Frankfurt die Plätze 16 und 17 (Vorjahr 17 und 15) und Berlin Platz 20 (Vorjahr Platz 18). Platz 1 belegt nach wie vor Paris mit rund 643.700 Euro, wobei dort der Wert im Vergleich zum Vorjahr um ungefähr 8% sank.

Allgemeine Kennzahlen Deutschland 
Anzahl der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen des Beherbergungsgewerbes (2015)

44.122

Anzahl der Arbeitnehmer im Beherbergungsgewerbe (2016)

557.978 

Umsatz im Beherbergungsgewerbe (Netto) (2016)

29,0 Mrd. € 

Anzahl der Übernachtungen (2016)

447,1 Mio.

Anteil ausländischer Übernachtungen 18,1 %
Anzahl der Ankünfte (2016) 171,5 Mio.
Anteil ausländischer Ankünfte 20,0 %
Aufenthaltsdauer (durchschnittlich) (2016) 2,6 Tage
Bettenauslatung (durchschnittlich)  37,9 %
Bettenauslatung klassische Hotellerie (durchschnittlich) 45,9 %
Zimmerauslatung klassische Hotellerie (durchschnittlich) 61,8 %

Quellen:

  • Christie & Co
  • Deloitte
  • Dehoga
  • Frühjahrsgutachen 2016
  • Statistisches Bundesamt
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