Zahlen, Daten, Fakten: Hotelimmobilien

Das Hotel als Betreiberimmobilie rückt immer mehr in den Fokus privater und vor allem institutioneller Investoren. In der Vergangenheit wurden Hotelimmobilien lediglich Anlageportfolios beigemischt oder als Ersatzinvestition für beispielsweise Büroimmobilien angesehen. Die Hotelimmobilie hat sich nun als eine eigenständige Asset-Klasse auf dem deutschen Anlagemarkt etabliert. Die Entwicklung auf dem Markt für Hotelimmobilien wird jährlich im Rahmen des Frühjahrsgutachtens analysiert. Lesen Sie hier die Zusammenfassung für das Jahr 2020:

Auf dem Investmentmarkt für Hotelimmobilien erreicht das Transaktionsvolumen 2019 knapp 5 Mrd. Euro. Das entspricht nach dem Rekordjahr 2016 (5,2 Mrd. Euro) dem zweithöchsten jemals ermittelten Wert. Das investmentrelevante Hotelangebot umfasst 396.400 Zimmer, deren Marktwert bei rund 57,5 Mrd. Euro liegt. Der Transaktionsanteil lag 2019 bei vergleichsweise hohen 8,7%. Der mit 30% des Volumens hohe Anteil der Forward Deals signalisiert großes Investorenvertrauen. Hotels mit mindestens 100 Zimmern in A- und B-Städten mit hohen Übernachtungszahlen werden von Investoren am stärksten nachgefragt. Aber auch in Mittelstädten hat die Zahl investmentfähiger Hotels zugenommen.

Die Übernachtungszahlen legten in Deutschland 2019 das zehnte Jahr in Folge zu. Mit rund 494,2 Mio. Übernachtungen (2018: 477,6 Mio.) kratzt sie bereits an der 500-Mio.-Marke. 82% davon resultieren aus inländischer Nachfrage, der Anteil ausländischer Gäste liegt bei 18%. Europäische Länder sind mit 13% die stärksten auslän- dischen Quellmärkte, unter ihnen vor allem die Niederlande, die Schweiz und Großbritannien. Übernachtet wird zu knapp 25% in den 14 größten Städten. Ausländische Gäste bevorzugen zu mehr als 50% die Großstadt, während deutsche Touristen zu 75% in ländlichen Regionen und kleineren Gemeinden übernachten.

2019 sind die Renditen weiter zurückgegangen: Die Spitzenrendite liegt in allen A- Städten mittlerweile bei unter 4,5%. In München liegt sie mit 3,7% knapp unter dem Vorjahrjahresniveau (3,75%). Aber auch Hamburg und Frankfurt haben mit je 3,75% die 4%-Schwelle unterschritten. Stuttgart und Köln liegen mit je 4,1% knapp darüber, Düsseldorf und Berlin mit 4,3% bzw. 4,4% noch recht deutlich.

Die Preise der Hotelzimmer sind zwar erneut gestiegen, dennoch bleiben die Werte von Hotelzimmern in Deutschland im internationalen Vergleich günstig. Nach dem von  HVS London publizierten Hotel-Valuation-Index (dieser bildet nur das Upscale-Segment ab) erreichte 2018 selbst der deutschlandweit teuerste Hotelstandort München mit einem Kaufpreis von gut 324.500 Euro pro Zimmer ein vergleichsweise moderates Niveau. In Europas teuerster Metropole Paris werden beispielsweise

724.000 Euro für ein Zimmer aufgerufen. Einer der Gründe ist die im internationalen Vergleich relativ niedrige Ertragskraft der deutschen Kettenhotellerie. Die monatlichen Pachten pro Zimmer bewegen sich in Deutschland von 360 Euro im Budget-Bereich über 620 Euro für ein Midscale-Zimmer und 930 Euro in der Upscale-Kategorie bis 1.680 Euro pro Zimmer im Luxus-Segment.