ZIA: Zentraler Immobilien Ausschuss https://www.zia-deutschland.de/rss.xml Unsere Meldungen als RSS-Feed de-de ZIA: Zentraler Immobilien Ausschuss https://www.zia-deutschland.de/typo3conf/ext/lf_base/Resources/Frontend/build/assets/images/logo_rss_zia.jpg https://www.zia-deutschland.de/rss.xml TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss ZIA begrüßt Einigung in Vermittlungsausschuss Berlin, 21.02.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt die Einigung zwischen Bund und Ländern beim sogenannten Digitalpakt, der – neben dem Bildungsbereich – auch beim sozialen Wohnungsbau Finanzhilfen des Bundes durch eine Grundgesetzänderung gewähren soll.

„Die Einigung ist ein positives Signal an die angespannten Immobilienmärkte in Deutschland“, so ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. „Es ist gut, dass sich der Bund hierdurch – die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat vorausgesetzt – auch am sozialen Wohnungsbau beteiligen kann. Damit wird die Wohnungsnot als akutes gesamtgesellschaftliches Problem an der Wurzel gepackt.“

Mattner weist allerdings auch darauf hin, dass dies nur der Anfang sein kann, um das bezahlbare Wohnen und Bauen in Deutschland voranzubringen. „Nur durch ein Orchester an mehreren Maßnahmen kann es gelingen, das Wohnungsangebot zu erweitern. Hierzu zählen insbesondere auch die Erhöhung der linearen AfA auf mindestens drei Prozent und die Beschleunigung von Planungs- und Baugenehmigungszahlen – etwa durch eine digitale Bauakte, die eine bessere Zusammenarbeit zwischen allen am Bauprozess beteiligten Akteuren von der Planung bis hin zur Bauabnahme ermöglicht.“

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Wed, 20 Feb 2019 15:01:19 +0100 Wohnen
Frühjahrsgutachten 2019: Städten droht Abwanderung von Unternehmen
  • Neubau wird in Deutschland vernachlässigt, Baukindergeld und Sonder-AfA wirken preistreibend
  • 35 Städte melden akute Büronot, Flächenknappheit auch in der Logistik
  • Wohnimmobilien: Marktanspannung weitet sich aus, mehr Aufmerksamkeit für Wohnungsmärkte der kleineren Großstädte gefordert
  • Pflegeimmobilien: Starker Anstieg bis 2030 zu erwarten, Hotelmarkt: Deutsche A-Städte brauchen fast 80.000 zusätzliche Hotelbetten bis 2021
  • Einzelhandel: Zunehmende Digitalisierung bedeutet zunehmende Herausforderung
  • Berlin, 19.02.2019 – Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum, günstige Finanzierungsbedingungen, demografische Faktoren und die insgesamt gute Wirtschaftslage lässt die Immobilienwirtschaft in Deutschland ungebrochen dynamisch wachsen. Auf dem Markt für Wirtschaftsimmobilien Deutschlands wurden nach vorläufigen Ergebnissen im vergangenen Jahr 61,1 Milliarden Euro (Berechnungsstand: Dezember 2018) umgesetzt – ein Anstieg um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der größte Teil des investierten Kapitals floss mit 47,1 Prozent auch in diesem Jahr in das Segment der Büroimmobilien. Im vergangenen Jahr hat sich auch der Anstieg der Neuvertragsmieten für Wohnungen in Deutschland weiter fortgesetzt. Dieser fiel zum dritten Quartal 2018 mit 3,9 Prozent etwas stärker aus als der Anstieg im entsprechenden Vorjahreszeitraum (3,6 Prozent). Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind in Deutschland im vergangenen Jahr ebenfalls weiter gestiegen (plus 8,2 Prozent). Diese Ergebnisse aus dem Frühjahrsgutachten 2019 des Rats der Immobilienweisen, hat der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, heute an Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, übergeben.

    Neubau wird in Deutschland völlig vernachlässigt

    „Diese Zahlen sind Ausdruck dafür, dass sich die Lage auf vielen deutschen Wohnungsmärkten weiter anspannt“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA. „Die Anstiege sind das Ergebnis eines weiterhin zu knappen Wohnungsangebots. Die Politik setzt die falschen Signale statt die richtigen Anreize. Sie verschärft das Mietrecht, sie droht sogar vereinzelt mit Enteignungen beziehungsweise zieht willkürlich Vorkaufsrechte bei Wohn- und Wirtschaftsimmobilien – ohne die negativen Auswirkungen zu bedenken. Der Neubau wird in unserem Land völlig vernachlässigt. Dringend erforderlich wären stattdessen: die Erhöhung der linearen AfA, die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung, die Senkung der Grunderwerbsteuer, die Beschleunigung von Planungs- und Baugenehmigungszahlen. Das wären die geeigneten Instrumente für eine wirkliche Bauoffensive 2019. Keine dieser Maßnahmen findet aktuell Anwendung. Das verschlimmert die Situation für das bezahlbare Wohnen und Bauen in Deutschland“, so Mattner.

    Mietpreisbremse führt nicht zu Entspannung der Märkte

    Prof. Dr. Dr. Lars P. Feld von der Universität Freiburg hat im Rahmen des Frühjahrs-gutachtens 2019 die gesamtwirtschaftliche Entwicklung analysiert. Eine der Hauptursachen für die steigenden Preise und Mieten im Wohnungssegment liegt demnach in der kräftigen Nachfrage nach Wohnraum. Angebotsseitige Kapazitätseinschränkungen und fehlendes Bauland würden den Nachfrageüberhang zusehends vergrößern. Vor allem in Ballungsräumen werde die Nachfrage weiterhin nicht vom Angebot gedeckt. Maßnahmen wie die Mietpreisbremse dürften hingegen kaum nachhaltig zu einer Entspannung der Lage führen. „Als Symptombehandlung stört sie die Funktion des Preises als Signal der Knappheit und vergrößert die Unsicherheit von Mietern, Vermietern und Investoren“, so Feld.

    Grundsteuer: Umlagefähigkeit sollte erhalten bleiben

    Nach Ansicht von Feld sollte die Umlagefähigkeit der Grundsteuer aus finanzwissenschaftlicher Sicht jedenfalls erhalten bleiben, da ansonsten höhere Kosten für Vermieter die Investitionen in neue Wohnungen ausbremsen würden. Eine Abschaffung der Umlagefähigkeit führe dazu, dass die Grundsteuer zu einer reinen Vermögensteuer degeneriert. Zum künftigen Modell der Grundsteuer schreibt Feld: „Für die Reform der Grundsteuer bietet sich ausgehend von einem flächenorientierten Modell ein hybrides Modell durch Hinzunahme einer Lagekomponente an. Selbst pauschaliert ist die Hinzuziehung von Mieten problematisch.“

    Grunderwerbsteuer: Restrukturierung des Länderfinanzausgleichs notwendig

    „Vom gegenwärtigen Finanzausgleichsmechanismus gehen erhebliche Fehlanreize aus, die zu einer steten Erhöhung der Grunderwerbsteuer in den Bundesländern führen“, so Feld. Eine Restrukturierung des Länderfinanzausgleichs sollte seiner Ansicht nach diese Fehlanreize beseitigen. Darüber hinaus rufe die Grunderwerbsteuer als indirekte Steuer auf Grundvermögen bei Veräußerungen erhebliche Verzerrungen hervor. „Aus wirtschaftspolitischer Sicht sind solche verzerrenden Steuern zu vermeiden, da sie starke Nebenwirkungen haben. Bei wiederholtem Verkauf einer Immobilie wird als Bemessungsgrundlage stets der gesamte Kaufbetrag veranschlagt, wodurch es zu einer Doppelbelastung und zu Schneeballeffekten kommt. Substitutionseffekte bei der Grunderwerbsteuer sorgen für verzerrte Entscheidungen auf den Immobilienmärkten und verursachen neben der Steuerlast ökonomische Zusatzlasten.“

    Baukindergeld und Sonder-AfA wirken preistreibend

    Zur Förderung des Wohneigentums habe sich die Bundesregierung mit dem Baukindergeld laut Feld zu einer „relativ unsystematischen steuerlichen Förderung“ entschlossen, die zu einer problematischen Verteilungswirkung führe. Da die Prämie vom Verkäufer in vielen Fällen auf den Verkaufspreis umgelegt werde, seien höhere Immobilien-, Bau- und Grundstückspreise die Folge. „Auswertungen des sozio-ökonomischen Panels zeigen, dass viele Familien Baukindergeld erhalten, die darauf nicht angewiesen wären, während die eigentlichen Probleme – geringes Kapital gepaart mit hohen Erwerbsnebenkosten – für Haushalte mit geringeren Einkommen fortbestehen“, so Feld im Frühjahrsgutachten. Auch die von der Bundesregierung eingeführte Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau führe durch die stimulierte Nachfrage, die entsteht, wenn Immobilieninvestitionen in den zeitlich befristeten Förderzeitraum vorgezogen werden, zu weiteren Preissteigerungen. „Aufgrund der stark ausgelasteten Bau- und Planungskapazitäten, der fehlenden Bereitstellung von Bauland und den nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen darf bezweifelt werden, ob die Maßnahme zum gewünschten Ergebnis führt“, so Feld.

    Vollvermietung in 35 Büromärkten: Unternehmensabwanderungen drohen

    Auch 2018 wurde im Bereich der Wirtschaftsimmobilien am stärksten in Büroimmobilien investiert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das in Büroobjekte investierte Kapital um 18 Prozent auf rund 28,8 Milliarden Euro (2017: 24,4 Milliarden Euro). Die Leerstandsquote ist dagegen weiter gesunken. Allein in den A-Standorten reduzierte sich das Büroflächenangebot 2018 um fast 570.000 Quadratmeter Mietfläche auf eine Leerstandsrate von 3,4 Prozent. Mittlerweile herrscht in 35 Büromärkten in Deutschland mit einer Leerstandsrate von 3,0 Prozent quasi Vollvermietung. Besonders drastisch stellt sich die Situation mit nur noch 1,5 Prozent (210.000 Quadratmeter) Leerstand in München und 1,7 Prozent (320.000 Quadratmeter) in Berlin dar. Auch in Stuttgart (2,2 Prozent; 170.000 Quadratmeter) und in Köln (2,8 Prozent, 210.000 Quadratmeter) herrscht Vollvermietung. Hamburg liegt mit 3,6 Prozent (460.000 Quadratmeter) noch knapp darüber, während einzig Frankfurt (7,6 Prozent, 770.000 Quadratmeter) sowie Düsseldorf (6,8 Prozent, 520.000 Quadratmeter) noch ein Stück weit entfernt sind.

    Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter der bulwiengesa AG, der im Frühjahrsgutachten die Entwicklung der Büro-, Unternehmens-, Logistik- und Hotelimmobilien analysiert hat, geht von einem anhaltenden Trend aus: „Im kommenden Jahr wird sich die Flächenverknappung vor allem bei Büros über fast alle Standorte fortsetzen. Trotz leicht steigender Fertigstellungsvolumina wird die hohe Nachfrage kaum zu bewältigen sein. Besonders die stark nachgefragten, kurzfristig bezugsfähigen Neubauflächen stehen nicht ansatzweise in dem Maße zur Verfügung, wie sie benötigt werden. Die Situation in den Städten mit sehr geringen Angebotsvolumen dürfte sich 2019 noch stärker zuspitzen und es müssen an einigen Standorten Unternehmensabwanderungen in Kauf genommen werden.“

    Wohnimmobilien: Marktanspannung weitet sich aus

    Der deutsche Wohnungsmarkt ist weiter von steigenden Miet- und Kaufpreisen gekennzeichnet. Deutschlandweit hat sich die mittlere Neuvertragsmiete innerhalb eines Jahres um 3,9 Prozent auf 7,06 Euro pro Quadratmeter erhöht (III 2018 gegenüber III 2017), besonders starke Preissteigerungen gab es in den A-Städten. Auch die Angebotskaufpreise haben an diesen Standorten weiter angezogen – bei Ein- und Zweifamilienhäuser um 7,6 Prozent auf rund 2.455 Euro pro Quadratmeter, bei Eigentumswohnungen um 8,2 Prozent auf 1.875 Euro pro Quadratmeter. In allen A-Städten sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen wiederum stärker gestiegen als bundesweit. Den größten Preiszuwachs verzeichnete im vergangenen Jahr Berlin mit 15,2 Prozent.

    „Das steigende Preisniveau ist Ausdruck des weiter bestehenden Missverhältnisses zwischen Wohnungsangebot und Wohnungsnachfrage – insbesondere in den Wachstumsregionen“, erklärt Carolin Wandzik, Geschäftsführerin der GEWOS, die die Wohnungsmärkte der A-Städte untersucht hat. „Die A-Städte verzeichneten weiter steigende Einwohnerzahlen – Binnenwanderungsverluste wurden über den Zuzug aus dem Ausland mehr als ausgeglichen.“ Weiterhin gebe es diverse Hemmnisse, die eine nachfragegerechte Ausweitung der Bautätigkeit verhindern. „Neben der seit Jahren bestehenden Flächenknappheit fehlen vielerorts Planungs- und Genehmigungskapazitäten.“ Die beobachtete Marktanspannung weite sich zunehmend auf das Umland der Metropolen und stark nachgefragten Städte aus. Aufgrund des vielfach geringeren Miet- und Kaufpreisniveaus ziehen immer mehr Menschen in das mit der Kernstadt funktionell verflochtene Umland, wo es häufig noch ein größeres Angebot an Wohnungen und Bauflächen gibt.

    Der Aufwärtstrend bei Wohnungsmieten würde sich auch 2019 weiter fortsetzen. Daran werde die Verschärfung der Mietpreisbremse zum 1.Januar 2019 nichts ändern können. „Gefragt sind stattdessen gezielte, nachhaltig wirkende Anreize für den Bau von Wohnungen, die über Strohfeuereffekte hinausgehen, wie sie durch das im vergangenen Jahr eingeführte Baukindergeld oder die geplante Sonderabschreibung für den Bau von Mietwohnungen zu erwarten sind“, so Wandzik. Der Weg zu einer spürbaren Verbesserung der Angebotssituation und einer damit verbundenen Entspannung am deutschen Wohnungsmarkt führe nur über die Ausweisung von mehr Bauland – in Verbindung mit Verdichtungsmaßnahmen. Zusätzlich seien weitere Hemmnisse und Preistreiber zu beseitigen, etwa komplexe Bauvorschriften und verzögerte Genehmigungsverfahren.

    Mehr Aufmerksamkeit für Wohnungsmärkte der kleineren Großstädte gefordert

    In 64 der 68 untersuchten Großstädte über 100.000 Einwohner in Deutschland ist die Zahl der Wohnungen insgesamt angestiegen. Nur in Cottbus, Chemnitz, Magdeburg und Halle sank aufgrund des forcierten Abrisses von Wohnungen auch im Rahmen des jeweiligen Stadtumbaus der Wohnungsbestand. Nur schwache Anstiege des Wohnungsangebots finden sich vor allem in den altindustriellen Städten Nordrhein-Westfalens, in denen auch die Bevölkerung nicht oder nur wenig wuchs. Die prozentual höchsten Zuwächse im Wohnungsangebot mit Wachstumsraten von über zehn Prozent zwischen 2005 und 2017 finden sich dabei nicht in den sieben größten Städten, sondern in kleineren Großstädten wie Ingolstadt, Regensburg, Potsdam, Oldenburg und Münster.

    Der Wohnungsleerstand unterscheidet sich zwischen den kreisfreien Großstädten ganz erheblich. In einigen Städten wie etwa in Münster (0,5 Prozent in 2017) ist praktisch kein Leerstand mehr vorhanden. Dagegen erreicht dieser in der Spitze über acht Prozent des marktaktiven Geschosswohnungsbestands in Städten wie Salzgitter und Chemnitz. „Ab einem Leerstand von unterhalb drei bis 3,5 Prozent stellen sich höhere Mieten ein“, so Prof. Harald Simons, Vorstand der empirica AG, der für das Frühjahrsgutachten unter anderem die Wohnungsmärkte in den kreisfreien 68 Großstädten über 100.000 Einwohner in Deutschland analysiert hat. „Bei sehr niedrigen Leerstandsquoten explodiert das Mietniveau dann geradezu. Wird ein Wert von drei Prozent als nichtpreistreibende Leerstandsquote angestrebt, so liegt in 48 von 68 kreisfreien Großstädten die Leerstandsquote heute darunter.“

    Das Mietniveau ist in allen Großstädten zwischen 2005 und 2018 (Quartal I bis III) zumindest nominal zwischen elf Prozent in Chemnitz und 65 Prozent in Ingolstadt gestiegen. Um mehr als 50 Prozent erhöhten sich die Mieten für die Neuanmietung einer Wohnung in neun Städten – unter anderem in Ingolstadt, Würzburg, Augsburg, Nürnberg, Osnabrück und Heilbronn. Am unteren Ende finden sich wieder altindustrielle Städte in Nordrhein-Westfalen (Mülheim, Solingen, Remscheid, Oberhausen, Wuppertal, Duisburg, Bottrop, Hagen, Mönchengladbach, Essen) sowie Chemnitz und Halle. In all diesen Städten ist das Mietniveau heute real niedriger als noch 2005. Im Mittel aller kreisfreien Großstädte über 100.000 Einwohner betrug der Mietanstieg zwischen 2005 und 2018 rund 35 Prozent, was real einem leichten Anstieg von rund 15 Prozent innerhalb von 13 Jahren entspricht. Die teuersten Großstädte außerhalb der größten sieben sind Ingolstadt und Freiburg mit rund 10,80 Euro pro Quadratmeter.

    Bei den Kaufpreisen gibt es in der Regel deutliche Anstiege. Durchschnittlich stiegen die Preise in allen Städten über 100.000 Einwohner im Zeitraum zwischen 2005 und 2018 (Quartal I bis III) nominal um 69 Prozent – real um 49 Prozent. Die höchsten Kaufpreise werden heute, nach München und Frankfurt, in Freiburg (4.000 Euro pro Quadratmeter), Ingolstadt (4.000 Euro pro Quadratmeter) und Regensburg (3.700 Euro pro Quadratmeter) gefordert. In insgesamt 17 Großstädten über 100.000 Einwohnern liegen die Kaufpreise nun über 3.000 Euro pro Quadratmeter und in 23 Städten zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Quadratmeter.

    In der Kombination aus stark steigenden Kaufpreisen und schwächer steigenden Mieten sind die Bruttoanfangsrenditen in fast allen Städten in den letzten Jahren deutlich gesunken. Lag die Bruttoanfangsrendite beim Kauf vermieteter Wohnungen im Jahr 2012 im Mittel der kreisfreien Großstädte noch bei 6,1 Prozent so waren es im Jahr 2018 (Januar bis November) nur noch 4,7 Prozent.

    Es gibt allerdings auch eine Reihe von Großstädten, in denen die Kaufpreise trotz gesunkener Zinsen kaum gestiegen oder sogar gesunken sind. „Diesen Städten sollte insgesamt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden – nicht nur von Investoren, sondern auch von Politik und Bürgern“, fordert Simons. „Diese Städte haben in den letzten Jahren kaum Einwohner hinzugewonnen oder sogar verloren. Es handelt sich dabei überwiegend um altindustrielle Städte, vor allem, aber nicht nur in Nordrhein-Westfalen. Für Investoren könnten diese aufgrund der hohen Bruttoanfangsrenditen, die dort mit der Vermietung von Wohnungen erzielt werden können, interessant sein. Bürger könnten von den niedrigen Wohnkosten und der guten infrastrukturellen Lage profitieren und die Politik sollte sich stärker mit diesen Städten befassen, um hierdurch die angespannten Märkte anderswo zu entlasten.“

    Pflegeimmobilien: Bedarf steigt in den nächsten zehn Jahren rasant

    2017 waren in Deutschland insgesamt rund 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig. In der Zukunft wird die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigen. Geht man von deutschlandweit identischen und konstanten Pflegequoten im Alter aus, werden im Jahr 2030 etwa 675.000 mehr Menschen auf Pflege angewiesen sein. Das entspricht einem Anstieg um 20 Prozent auf knapp 4,1 Millionen Personen. Zwar werden die meisten Menschen zuhause versorgt, doch wird auch die Zahl der Personen steigen, die dauerhaft in der vollstationären Pflege leben. Aktuell sind dies rund 792.000 Personen. Je nach Projektionsvariante kann ihre Zahl bis zum Jahr 2030 um bis zu 293.000 Personen auf dann 1,1 Millionen Personen bundesweit steigen.

    Das Angebot jedoch hinkt der steigenden Nachfrage hinterher. „Bleiben die Fertigstellungen weiterhin auf dem niedrigen Niveau der letzten Jahre, so reicht der Angebotszuwachs bis 2030 bei weitem nicht aus, um den zusätzlichen Bedarf zu decken“, so Professor Simons, der im Frühjahrsgutachten auch den Pflegeimmobilienmarkt analysiert hat. „Insgesamt braucht es intensive Bemühungen für zukunftsfähige Strategien. Unabhängig davon ist eine weitere Ambulantisierung in der Pflege zu erwarten. Entsprechende Quartierskonzepte werden mit großem Engagement weiterentwickelt. Sie werden einen Teil der Nachfrage aufnehmen können.“

    Der Markt für vollstationäre Pflege zeige darüber hinaus gravierende regionale Unterschiede auf. Folgt die bundesweite Verteilung der Älteren naturgemäß noch einem siedlungsstrukturellen Muster, variieren Pflegequoten, Heimquoten, Versorgungsquoten und die Inanspruchnahmen in den Kreisen und kreisfreien Städten um ein Vielfaches. „Die sehr offensichtlichen regionalen Abweichungen, oftmals entlang von Administrationsgrenzen, spiegeln die hohe Abhängigkeit des Marktes von politischen und institutionellen Rahmenbedingungen wider“, sagt Simons. Gleichzeitig mangele es im Pflegemarkt an frei zugänglichen und aktuellen Datengrundlagen. „Eine Transparenz, analog zum Beispiel zu amtlichen Daten auf dem Wohnungsmarkt, wäre dringend wünschenswert.“

    Einzelhandel: Professionalisierungsprozess in allen Bereichen

    Der Einzelhandelsinvestmentmarkt blickt in Bezug auf das Transaktionsvolumen auf ein insgesamt nur durchschnittliches Jahr 2018 zurück. Mit einem Volumen von etwa 10,5 Milliarden Euro lag das Ergebnis zwar noch leicht über dem langjährigen Mittel, aber mehr als ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Die Summe der Verkaufsflächen stieg wie in den Jahren zuvor erneut leicht an und belief sich zum Jahresende 2018 auf rund 119,8 Millionen Quadratmeter. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem geringen Zuwachs von 0,6 Prozent. Der Gesamtumsatz des deutschen Einzelhandels 2018 summierte sich kanalübergreifend auf 480,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 1,9 Prozent entspricht. Für das Jahr 2019 zeichnet sich eine etwa gleichbleibende Marktentwicklung ab. Der Prognose zufolge wird der deutsche Einzelhandel im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz (stationär und Distanzhandel) von rund 489,4 Milliarden Euro erzielen und damit nominal 1,8 Prozent über dem Vorjahreswert liegen. Das prognostizierte Zuwachsniveau für den stationären Handel liegt bei 0,8 Prozent.

    Sebastian Müller, der im Frühjahrsgutachten 2019 den Einzelhandelsmarkt analysiert hat und bei GfK im Bereich Geo-marketing für die Einzelhandels- und Immobilienberatung verantwortlich ist, warnt jedoch vor insgesamt zu großer Euphorie: „Rückläufige Spitzenmieten in den meisten deutschen Einkaufslagen lassen bereits erahnen, dass sich hier ein Wandel ankündigt beziehungsweise sich längst vollzieht, der es in sich haben dürfte. Das im Zuge der fortlaufenden Digitalisierung erheblich veränderte und sich weiterhin schnell wandelnde Konsumverhalten stellt den stationären Einzelhandel vor immense Herausforderungen, um den zunehmenden Wünschen sowie der wachsenden Erwartungshaltung der Kundschaft gerecht zu werden.

    Die momentane Strategie der stationären Anbieter, sich – wie es aktuell die Nonfood-Discounter unternehmen – über den sehr günstigen Preis gegenüber dem Online-Handel zu positionieren und in die Fläche und somit in die Kundennähe zu investieren, gehe momentan auf. Die andere Strategie, auf die Stärken des stationären Geschäfts zu setzen und in Warenpräsentation, Beratung, Erlebnis, Gastronomie und Freizeitelemente zu investieren, funktioniere momentan ebenfalls. „Beiden Strategien ist gemein, dass erhebliche Investitionen in das für den Kunden Offensichtliche notwendig sind und zudem, quasi im Hintergrund, in digitale Abläufe bei IT, Datenanalysen, Marketing und Personal investiert werden muss“, so Müller. „Mittelfristig wird es dadurch zu einem weiteren Konzentrations- und Professionalisierungsprozess in allen Bereichen des Handels kommen, auch im Lebensmittel- und Drogeriemarkt.“

    Logistikimmobilien: Flächen werden knapp

    Logistikimmobilien entwickeln sich auf dem Immobilienmarkt weiter als starke Assetklasse und verändern zentrale Autobahnstandorte sowie den Rand unserer Städte. Nach den Rekordergebnissen im Jahr 2017 hinsichtlich Fertigstellungen und Investmentvolumen machte sich in diesem Jahr allerdings ein Mangel an verfügbaren Objekten auf dem Markt bemerkbar. Ebenso fehlen Grundstücke für weitere Bautätigkeit. Zusätzlich bremsen langwierige Genehmigungsverfahren die Fertigstellungsaktivitäten. „Mit diesen wachsenden Engpässen lässt sich der Rückgang sowohl von Investitionen in Logistikimmobilien als auch des Fertigstellungsvolumens gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 erklären“, so Andreas Schulten.

    Für das Jahr 2018 wurde erstmals seit 2015 wieder ein Rückgang des Flächenneuzugangs auf 3,9 Millionen Quadratmeter verzeichnet – nach 4,6 Millionen Quadratmeter im Vorjahr. Auch das Investmentvolumen war seit langem erstmals rückläufig und lag 2018 bei 3,9 Milliarden Euro (2017: 5,9 Milliarden Euro). Ursächlich hierfür ist für Schulten jedoch weniger eine fehlende Nachfrage als ein zunehmender Angebotsengpass auf dem Markt. Ähnlich wie auf den meisten Wohnungsmärkten.

    „Die ungebrochen hohe Nachfrage nach Logistikflächen wird aber dafür sorgen, dass sich die Neubautätigkeit im Jahr 2019 wohl weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen wird“, meint Schulten. Im starken Maße mache sich die Knappheit an Grundstücken auch für die immer stärker wachsende urbane Logistik bemerkbar, da die Situation hier mit der Flächenkonkurrenz zu Wohnungen und Büros ohnehin bereits angespannt ist. Als Folge steigt zusätzlich der Druck auf die peripheren Lagen im weiteren Umkreis der Metropolen.

    Hotelmarkt: Bis 2021 brauchen A-Städte knapp 80.000 zusätzliche Hotelbetten

    Einen Immobilienmarkt mit bislang nur geringen Grundstücksproblemen befeuert der positive deutsche Fremdenverkehr. Nach vorläufigen Hochrechnungen stieg die Anzahl der Ankünfte im deutschen Beherbergungsgewerbe 2018 um 3,8 Prozent auf etwa 185,1 Millionen und die Anzahl der Übernachtungen um 3,9 Prozent auf rund 477,6 Millionen an. Diese Zuwachsraten stellen einen neuen Rekordwert dar und dokumentieren die Attraktivität Deutschlands als Urlaubs- und Geschäftsreiseziel. Mit 32,6 Millionen Übernachtungen beweist insbesondere Berlin seine hohe touristische Anziehungskraft. Die wirtschaftlichen Rahmendaten sprechen dafür, dass auch 2019 die touristische Nachfrage in Deutschland steigt, was dadurch untermauert wird, dass Deutschland zu den stärksten Messestandorten weltweit zählt.

    Entsprechend schreitet der Bau neuer Hotels kräftig voran – allein in den sieben deutschen A-Städten beträgt das Projetentwicklungsvolumen rund 1,2 Millionen Quadratmeter. Der Bedarf an zusätzlichen Betten bis 2021 wird hier auf insgesamt knapp 80.000 Betten prognostiziert. Demnach liegt allein für Berlin der Bedarf bei fast 30.000 zusätzlichen Betten. Dahinter folgen München und Hamburg mit jeweils über 14.000. In Einzelfällen liegt die Zahl der projektierten Zimmer allerdings über dem rechnerischen Bedarf. Dies ist etwa in Düsseldorf der Fall, wo das Hotelentwicklungsvolumen bis zum Jahr 2021 rund 7.000 Zimmer umfasst. Zur Gewährleistung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung wird deshalb mancherorts bereits versucht, Hotelansiedlungen besser zu steuern, indem „Hotelbedarfspläne“ und „Fremdenbeherbergungskonzepte“ erstellt oder Einzelvorhaben auf Marktverträglichkeit – vergleichbar der Verträglichkeitsprüfung von Einzelhandelsvorhaben – geprüft werden. Das Investoreninteresse nach Hotels ist aber weiterhin sehr hoch. Und da das Angebot knapp ist, lag das Transaktionsvolumen auf dem Hotelinvestmentmarkt im Jahr 2018 mit rund vier Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 4,2 Milliarden Euro.

    „Das Tourismusaufkommen in Deutschland wird weiter steigen, weshalb auch weitere Hotels benötigt werden. Die Marktaussichten für den Hotelmarkt in Deutschland sind grundsätzlich positiv“, sagt Schulten. „Grund zur Sorge bereiten der Branche aber auch hier steigende Baukosten und damit Immobilienpreise, die ertragsseitig bisweilen nicht aufgefangen werden können. Hohe Pachten erfordern hohe Zimmerraten, die in Deutschland aber nur an ausgewählten Standorten und zu ausgewählten Zeiten durchsetzbar sind. Zudem verlangt der Strukturwandel in der Hotelbranche von den Betreibern Innovationen und Investitionen, für die ebenfalls entsprechende finanzielle Mittel vorhanden sein müssen. Erschwerend kommt der seit Jahren anhaltende Mangel an Fachkräften hinzu.“

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    Tue, 19 Feb 2019 13:00:00 +0100 BüroGesundheits- und SozialimmobilienHandelHotelKapitalmarkt und SteuernLogistikStadtentwicklungWohnen
    Zurück zur Vernunft? ZIA begrüßt Berlins Bekenntnis zur Verfassung Berlin, 18.02.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt, dass sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller laut Medienberichten von den Enteignungsbestrebungen seines Koalitionspartners distanziert. „Nach den irritierenden Äußerungen und Handlungen führender Berliner Politiker ist dies ein erstes positives Signal dafür, dass doch noch Vernunft einkehren könnte“, erklärt ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. Dieses Bekenntnis zur Verfassung sei laut Mattner überfällig gewesen. Bereits Bundesbauminister Horst Seehofer hatte sich letzte Woche beim Neujahresempfang der Immobilienwirtschaft gegen Enteignungen ausgesprochen, erst kürzlich hatte das Präsidium des ZIA einen Entschließungsantrag gegen Enteignungsbestrebungen in der Hauptstadt eingebracht.

    „Dennoch scheint noch viel Informationsbedarf notwendig zu sein, denn auch Mietendeckel, für die der Regierende Bürgermeister Sympathien zeigt, sind ein unverantwortlicher Eingriff in das Eigentum und helfen in Berlin nicht weiter“, so Mattner. „Jetzt müssen alle an einen Tisch, um mit Sachverstand und partnerschaftlich die Wohnungsprobleme zu lösen. Schnellschüsse und Zwang haben ausgedient, soziale Marktwirtschaft und innovative Lösungen sind gefragt. Wir müssen bauen, bauen, bauen – und das Land muss die dafür notwendigen Flächen zur Verfügung stellen. „Der Regierende Bürgermeister sollte in diesem Bereich seine Richtlinienkompetenz ausüben und dafür sorgen, dass in Berlin endlich bezahlbarer Wohnraum entsteht“, fordert Mattner.

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    Mon, 18 Feb 2019 13:16:00 +0100 StadtentwicklungWohnen
    ZIA: Nicht-Einsetzung der Gebäudekommission ist ein Fehler Berlin, 15.02.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, kritisiert die heute bekannt gewordene Überlegung scharf, die geplante Gebäudekommission nun doch nicht einzusetzen. „Wenn die Gebäudekommission nicht eingesetzt wird, würde komplett die Einbindung von Fachleuten und der Branche fehlen“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA. „Nicht zuletzt sorgt dieses Vorhaben erneut für Unsicherheit bei allen beteiligten Akteuren. Wenn wir die Klimaschutzziele im Gebäudesektor erreichen wollen, brauchen wir sinnvolle und wirtschaftsverträgliche Maßnahmen. Dies kann nur auf Basis des Dialogs geschehen. Mit der Energie- und Verkehrsbranche wurde dieser geführt – die Immobilienwirtschaft bleibt hier außen vor. So sieht keine verantwortungsvolle Politik aus.“

    „Jetzt erst recht braucht es die Einführung des Gebäudeenergiegesetzes und eine Fortführung der wichtigen Innovationspartnerschaft, in die die Vorschläge unserer Branche einfließen, um die ehrgeizigen CO2 - Einsparungsziele zu erreichen“, so Mattner. „Zudem fehlt noch vollständig die gemeinschaftliche Erarbeitung einer CO2-Bepreisung auf internationaler Ebene. Da stecken wir noch in den Anfängen, obwohl dies dringend erforderlich ist.“

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    Fri, 15 Feb 2019 15:12:00 +0100 Energie
    Seehofer wendet sich gegen Enteignungsdebatte in Berlin Berlin, 13.02.2019 – Beim gestrigen Neujahrsempfang der Immobilienwirtschaft hat sich Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, für eine Lösung der Mietenproblematik in den Großstädten auf Basis der sozialen Marktwirtschaft ausgesprochen. Er wandte sich damit gegen die aktuelle Enteignungsdebatte des Berliner Senats. „Als Bundesregierung bekennen wir uns zur sozialen Marktwirtschaft“, so Seehofer. „Diese ist ein Erfolgsmodell und hat am meisten Mehrwert, Zufriedenheit und Wohlstand gebracht. Wir leben in der stabilsten Demokratie, die es jemals in Deutschland gab und dies ist auch zurückzuführen auf ein klares Wertefundament. Dabei ist die Bau- und Immobilienwirtschaft wichtig und unverzichtbar für die Realisierung gesellschaftspolitischer Anliegen.“

    Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßte die angebotene Unterstützung. „Die Diskussion um Enteignung und Wohnungsankäufe in Berlin nimmt immer wahnwitzigere Züge an, verunsichert alle Investoren und schafft keine neue Wohnungen“. Mattner plädierte für einen neuen Grundkonsens in der Gesellschaft, der von gegenseitigem Vertrauen und der Verantwortung aller Beteiligten getragen sein muss.

    Vor über 300 Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft sprach sich Minister Seehofer für weitere Anreize zur Schaffung von Wohnraum aus und nannte dabei auch das Baukindergeld und die Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau. Darüber hinaus richtete er einen Appell an die Bundesländer, die Grundgesetzänderung zum sozialen Wohnungsbau nicht auf die lange Bank zu schieben. „Das Geld für das Wohnungsbauprogramm steht im Haushalt zur Verfügung, wir brauchen nur die rechtliche Grundlage.“ In der Steuerpolitik warb Seehofer für ein einfaches und aufkommensneutrales Grundsteuermodell und verwies dabei auf die bayerische Linie. Gleichzeitig möchte sich der Bauminister für steuerliche Anreize zur energetischen Gebäudesanierung einsetzen, die derzeit in der Debatte ein Stück weit in den Hintergrund geraten sind.

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    Mon, 11 Feb 2019 14:41:15 +0100 StadtentwicklungWohnen
    ZIA fordert Einführung des Gebäudeenergiegesetzes Berlin, 05.02.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, fordert die Bundesregierung auf, das bereits im Koalitionsvertrag angekündigte Gesetz zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude („Gebäudeenergiegesetz“) einzuführen. „Jetzt wäre ein geeigneter Zeitpunkt, das Gebäudeenergiegesetz zu verabschieden – zumal unter den beteiligten Akteuren weitestgehend Konsens herrscht“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

    Das Gebäudeenergiegesetz ist ein wichtiger Vorstoß, um ordnungsrechtliche Hürden im Klimaschutz zu beseitigen. „Die Zusammenlegung von EnEV, EnEG und EEWärmeG schafft eine deutliche Erleichterung und Entbürokratisierung für die Immobilienwirtschaft. Das Nebeneinander mehrerer Regelwerke wird damit beendet und unter anderem wird der Quartiersgedanke gestärkt. Zukünftig soll für den Neubau ein einheitliches Anforderungssystem gelten, in dem Energieeffizienz und erneuerbare Energien integriert sind – das haben wir schon lange gefordert“, so Mattner.

    Kritisch beurteilt Mattner die zuletzt vom Umweltministerium vorgelegten Rahmenpläne für ein Klimaschutzgesetz. Dazu Mattner: „Es bringt niemanden weiter, zum jetzigen Zeitpunkt über ein Klimagesetz zu diskutieren, wenn die Maßnahmen zur Erfüllung der Klimaziele erst durch eine Gebäudekommission bis Juni erarbeitet werden sollen. Das Bundesumweltministerium sollte zunächst einmal die Ergebnisse aus dieser Kommission abwarten, in der auch der ZIA seinen inhaltlichen Beitrag leisten wird.“

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    Mon, 04 Feb 2019 17:20:16 +0100 Energie
    Eckpunkte zur Grundsteuer sind noch keine Lösung Berlin, 01.02.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, übt scharfe Kritik an den heute verkündeten Eckpunkten zur Grundsteuer. „Eine Einbeziehung von Durchschnittsmieten und Grundstückswerten in die Neuberechnung der Grundsteuer ist weit entfernt von einem wertunabhängigen Flächenmodell und bringt einen hohen Verwaltungsaufwand für die Finanzverwaltungen und Unternehmen mit sich“, sagte ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. „Dies ist kein Kompromiss, sondern letztlich ein wertabhängiges Modell in anderer Verpackung. Das Motto der jetzt vorgeschlagenen Eckpunkte scheint zu sein: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.“

    Das Eckpunktepapier, das eine Kombination aus Fläche, Bodenrichtwerten, Baujahr und Durchschnittsmieten als Berechnungsgrundlage für die neu zu regelnde Grundsteuer vorsieht, könne nicht mehr sein, als „ein erster Versuch“. „Denn bei einer Berücksichtigung des Baujahrs droht eine systematische Benachteiligung des politisch gewünschten und dringend notwendigen Neubaus. Eine Einigung muss anders aussehen“, so Mattner.

    Eine Einbeziehung von einzelnen Wertkomponenten berge unter anderem das Risiko der Streitanfälligkeit. Mit Blick auf die Grundsteuer hat der ZIA schon mehrfach auf die nicht immer durchgängig gleiche Qualität von Bodenrichtwerten hingewiesen. Die Bezugnahme auf Grundstücks- und Gebäudegrößen als Grundlage sei dagegen weniger streitanfällig. Auch die Effizienz sollte im Fokus stehen. Mattner forderte: „Wir brauchen vor allem eine einfache und effiziente Steuererhebung. Jeder Euro, der hier weniger ausgegeben wird, steht am Ende der öffentlichen Hand und damit dem Bürger mehr zur Verfügung.“

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    Fri, 01 Feb 2019 17:28:11 +0100 Kapitalmarkt und Steuern
    Seehofer tritt bei Neujahrsempfang auf Berlin, 30.01.2019 – Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, wird am 12. Februar 2019 beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Immobilienwirtschaft teilnehmen. Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, richtet diese Veranstaltung in diesem Jahr gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden BVI Bundesfachverband der Immobilienverwalter, GEFMA Deutscher Verband für Facility Management, German Council of Shopping Centers, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und Immobilienverband Deutschland IVD aus. Der Neujahrsempfang findet in der Kunztschule Berlin statt.

    „Im Jahr 2019 stehen zahlreiche Themen auf der politischen Agenda, von denen unsere Branche als eine der zentralen Säulen der deutschen Volkswirtschaft ganz besonders betroffen ist und von denen das bezahlbare Wohnen und Bauen abhängt“, sagt Dr. Andreas Mattner. „Wir freuen uns daher sehr, dass Bundesminister Horst Seehofer mit uns über die anstehenden Herausforderungen sprechen wird."

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    Wed, 30 Jan 2019 14:30:38 +0100 Sonstiges
    ZIA fordert Berliner Landesregierung zu Verfassungstreue auf Berlin, 31.01.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, fordert die Landesregierung von Berlin auf, die Attraktivität der Stadt für Investoren nicht zu gefährden. In einem heute auf der Präsidiumssitzung des Verbands in Brüssel beschlossenen Antrag zur Berliner Wohnungspolitik heißt es, das Vertrauen von Eigentümern in ihre verfassungsrechtlich garantierten Eigentumsrechte dürfe nicht erschüttert werden. Angesichts der „beispiellosen Kampagne zur Enteignung privater Wohnungsunternehmen“ sei man „höchst besorgt“ über die Signalwirkung einer Rekommunalisierung derartigen Ausmaßes.

    Das ZIA-Präsidium als Repräsentant des ganzen Spektrums der Immobilienbranche und 27 Verbänden mit 37.000 Unternehmen stellt fest: „Durch Enteignung wird keine neue Wohnung geschaffen, die Mieten werden nicht moderater und die Verwaltung würde schlechter. Solche Pläne verschärfen nur die angespannte Wohnungssituation am Markt. Wir brauchen keine Symbolpolitik, sondern wohnraumschaffende Maßnahmen. Die Berliner Landesregierung sendet leider völlig falsche und tendenziöse Signale.“ In dem Entschließungsantrag des ZIA wird unter anderem eine „neue Bauoffensive für mehr Mietwohnungen“ gefordert und darauf verwiesen „Berlins kritische Haushaltslage nicht durch Entschädigungszahlungen für Rückkäufe von Wohnungen weiter zu belasten“.

    Der Spitzenverband forderte erneut einen Runden Tisch, “der alle wesentlichen Player zusammenbringt und in einem eng gesetzten Zeitrahmen Lösungen erarbeitet.“ Zugleich begrüßte das Präsidium den Antrag der Berliner CDU-Fraktion, in dem die Forderungen nach Vergesellschaftungen als „verfassungswidrig“ bezeichnet werden.

    Darüber hinaus kritisiert der ZIA das vom Land Berlin ausgeübte Vorkaufsrecht – nicht nur bei Wohn-, sondern auch wie zuletzt bei Büroimmobilien. „Hier wird der eigentliche Sinn des Vorkaufsrechts ins Gegenteil gedreht“, so ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. „Es handelt sich um ein Instrument, das am Ende der Steuerzahler teuer bezahlen muss. Die Ansiedlung von Unternehmen ist für den Wirtschaftsstandort Berlin von entscheidender Bedeutung. Vor dem Hintergrund der ohnehin schon hohen Büroflächenknappheit in der Hauptstadt sendet die Politik ein fatales Signal an Unternehmen aus dem In- und Ausland.“

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    Wed, 30 Jan 2019 14:30:38 +0100 SonstigesVerband Intern
    Grundsteuer: Einbeziehung von Wertkomponenten riskant Berlin, 31.01.2019 – Im Vorfeld des Treffens der Länderfinanzminister mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz zur Grundsteuerreform am morgigen Freitag plädiert der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, erneut für ein einfaches, in der Frist des Bundesverfassungsgerichts umsetzbares sowie transparentes und verfassungskonformes Modell.

    „Viele gute Argumente sprechen für ein wertunabhängiges Flächenmodell“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA. „Dieses ist einfach in der Ermittlung und in der vorgeschriebenen Frist umsetzbar. Da weniger Daten gebraucht werden und keine regelmäßige Neubewertung notwendig ist, sind die Erhebungskosten auch geringer als bei einem wertabhängigen Modell, so dass es auch mit Blick auf die Steuermittel unter Effizienzgründen besonders sinnvoll ist. Jegliche Einbeziehung von einzelnen Wertkomponenten ist mit Vorsicht und Bedacht zu wählen und birgt das Risiko der Streitanfälligkeit. Mit Blick auf die Grundsteuer hat der ZIA schon oftmals auf die nicht immer durchgängig gleiche Qualität von Bodenrichtwerten hingewiesen. Auch ein Rückgriff auf die Daten aus dem Mikrozensus gestaltet sich schwierig, ist doch deren Justiziabilität bislang unklar.“ Die Bezugnahme auf Grundstücks- und Gebäudegrößen als Grundlage sei weniger streitanfällig. „Unabhängig vom Modell hat sich ergeben, dass eine Abschaffung der Umlegbarkeit verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet, wirtschaftlich widersinnig ist und die Branche vor unlösbare Probleme stellen würde“, so Mattner.

    Wertunabhängigkeit führt nicht zu Kostenexplosion

    Die Einbeziehung verschiedenster Wertkomponenten widerspricht der Prämisse einer einfachen und effizienten Steuerhebung. Wertermittlungen von Immobilien sind komplex – insbesondere Wirtschaftsimmobilien sind als Spezialimmobilien nur schwer einer einfachen Bewertung zugänglich. „Wir müssen auch die geringen Kapazitäten der Finanzverwaltung berücksichtigen, weshalb die Ermittlung der Bemessungsgrundlage anhand möglichst weniger Daten geschehen sollte“, so Mattner. „Die Ermittlung würde bei einem wertabhängigen Modell zu einer regelrechten Kostenexplosion führen und das Aufkommen unnötig verzehren. Das wertunabhängige Flächenmodell garantiert die einfache und unbürokratische Bewertung und ist daher auch aus gesamtgesellschaftlicher Verantwortung heraus vorzuziehen.“

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    Wed, 30 Jan 2019 14:30:38 +0100 Kapitalmarkt und Steuern
    ZIA fordert schnelle Nachfolgeregelung für Gunther Adler Berlin, 29.01.2019 – Nachdem bekannt geworden ist, dass Gunther Adler Arbeitsdirektor der künftigen Autobahn-Gesellschaft des Bundes werden soll, fordert der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, schnellstmöglich die Ernennung eines neuen Baustaatssekretärs. Zugleich dankt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA, Gunther Adler für sein bisheriges Engagement. „Gunther Adler war stets ein Mittler zwischen den unterschiedlichsten parteipolitischen Interessen und stand für eine ausgewogene Politik für Mieter und Vermieter“, so Mattner. „Seine hohe Fachkompetenz hat ihn für uns zu einem geschätzten Gesprächspartner gemacht.“

    Die Herausforderung für die Zukunft liegt darin, die Rahmenbedingungen für Investoren weiter zu verbessern. „Als oberste Priorität muss der Nachfolger das Umfeld dafür schaffen, dass durch private Investitionen ganzheitliche Stadtentwicklung gelingt und bezahlbares Wohnen und Bauen realisiert werden kann“, so Mattner. „Von den avisierten 1,5 Millionen neuen Wohnungen in der laufenden Legislaturperiode sind wir noch weit entfernt – das gelingt nur mithilfe einer investorenfreundlichen Politik.“

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    Tue, 29 Jan 2019 9:29:52 +0100 Sonstiges
    Retail meets Logistics 2030: Der Einzelhandel muss sich neu erfinden
  • Städte brauchen umwelt- und raumverträgliche Lösungen
  • Geändertes Konsumentenverhalten wirkt sich nachhaltig auf Lieferketten aus
  • Neue Bausteine für die „letzte Meile“
  • Berlin, 28.01.2019 – Der stationäre Einzelhandel wird auch in Zukunft einer der wichtigsten Bausteine in der Warenverteilung an Konsumenten bleiben. Seine Rolle als innerstädtische Einzelhandelsimmobilie muss jedoch neu interpretiert werden. Dies ist eine der Aussagen aus der Publikation „Retail meets Logistics 2030“, die der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, in der Reihe „Perspektiven der Immobilienwirtschaft“ veröffentlicht hat und in dem mehrere Experten zu ihrer Einschätzung befragt wurden. Dabei zeigt sich, dass insbesondere die Vernetzung von Einzelhandel und Logistik – aus Immobilien- und Anbieterperspektive – eine immer stärkere Rolle spielt.

    Der Einzelhandel muss sich neu erfinden

    „Der Einzelhandel muss sich wie alle anderen Wirtschaftssektoren in Deutschland auf ein geändertes Konsumverhalten einstellen“, schreiben Dr. Eva Lohse, Vorsitzende des ZIA-Kommunalrats, und Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA, in ihrem gemeinsamen Vorwort. „Der wachsende Wettbewerbsdruck durch den Online-Handel ist zu einem existenziellen Problem geworden, das es zu lösen gilt. Mehrere Filialisten klagen über sinkende Umsätze und Besucherzahlen, ganze Einkaufsstraßen bemängeln weniger Publikumsverkehr. In diesen Zeiten sind innovatives Denken und der Einsatz neuer Technologien und Möglichkeiten so wichtig wie selten zuvor. Man könnte auch sagen: Der Einzelhandel muss sich neu erfinden.“

    Peter Altmaier kündigt Kompetenzzentrum Einzelhandel an

    Um kleinen und mittleren Händlern bei der Digitalisierung konkrete Hilfestellung anzubieten, werde die Bundesregierung in Kürze ein Kompetenzzentrum Einzelhandel ins Leben rufen, so Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, in seinem Grußwort. „Insbesondere geht es darum, Händlerinnen und Händler in die Lage zu versetzen, interne Prozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig das Kauferlebnis der Kunden aufzuwerten“, schreibt Altmaier. „Das Kompetenzzentrum soll hier sensibilisieren, informieren und erfolgreiche Digitalisierungsbeispiele aufzeigen.“

    Kommunale Spitzenverbände für umwelt- und raumverträgliche Lösungen

    Die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag sowie Deutscher Städte- und Gemeindebund betonen in ihren Geleitworten insbesondere die notwendigen Anpassungen in der verkehrlichen Infrastruktur. „Damit Handel in den Innenstädten funktioniert, bedarf es einer angepassten Logistik“, schreibt Oberbürgermeister Markus Lewe, Präsident des Deutschen Städtetages. „Das gemeinsame Ziel sind saubere und lebenswerte Städte, die die Versorgung sicherstellen und die verkehrliche Belastung für die Bevölkerung minimieren.“

    Dem Kundenanspruch, kurzfristig ein umfassendes Warenangebot zu erreichen, muss sich der Einzelhandel – insbesondere in den Klein- und Mittelstädten – verstärkt stellen, meint Landrat Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistages. „Der stationäre Einzelhandel muss sein Angebot im Sinne eines ‚Mehrkanal-Ansatzes‘ ausweiten, etwa durch Aufbau paralleler Online-Angebote und Möglichkeiten einer kurzfristigen Bestellung nicht vorhandener Waren zur Abholung (Click & Collect) oder zur Auslieferung durch Paket- und Kurierdienste“, schreibt Sager.

    Aus Sicht von Dr. Uwe Brandl, Erster Bürgermeister der Stadt Abensberg und Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, seien jene Lösungen am besten, die von vornherein Verkehr vermeiden. „Das fängt beim Bestellverhalten an, umfasst aber auch den Aspekt, die örtlichen und regionalen Produktions- und Wirtschaftskreisläufe wieder zu stärken“, sagt Brandl. „Im Interesse einer umweltschonenden und platzsparenden Logistik, aber auch im Interesse einer nachhaltigen und prosperierenden Wirtschaft in den Städten und Gemeinden.“

    Schöberl: Neue Chancen für den Einzelhandel

    Aus Sicht von Iris Schöberl, Vorsitzende des ZIA-Ausschusses Handel, kann der stationäre Einzelhandel durch Click & Collect – in Verbindung mit bestimmten Dienstleistungen – die Kundenbindung wieder stärken und intensivieren. Denn vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der City- und Zustelllogistik werden Geschäfte in den Innenstadtlagen künftig eine noch wichtigere Rolle spielen als ohnehin schon. „In der City-Logistik beziehungsweise der Zustellung auf der letzten Meile geht es nicht nur um neue technologische Lösungen wie fahrerlose Elektro-Lkw, eine digitale Erfassung der Transportdaten oder die intelligente Vernetzung vom Versender bis zum Empfänger“, so Schöberl. „Wichtig ist letztlich auch die Paketflut und die damit verbundene Reduktion von Individualzustellungen. Die Anlieferungen bis vor die Haustür dürfte ein Premiumservice werden, für den Kunden künftig zusätzlich zahlen müssen. Wer das nicht will, holt seine Waren in Läden oder Abholstationen ab.“

    Steinmüller: Immobilienwirtschaft muss auf neue logistische Abläufe reagieren

    Auch Dr. Thomas Steinmüller, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Logistikimmobilien, sieht eine sich ändernde Rolle des stationären Einzelhandels. Dieser müsse sich vom tradierten Push-Prinzip – also Waren optimiert einzukaufen und dann den Kunden zu verkaufen – zum Pull-Prinzip weiterentwickeln – der Kunde wünscht und der Handel liefert. „Anders als der Handel agieren die Unternehmen der Digitalära, indem sie Kunden echte Erleichterungen zukommen lassen wollen, koste es, was es wolle – weil sie verstanden haben, dass die Daten eine kostenkompensierende Größe darstellen“, schreibt Steinmüller. Dies erfordere völlig neue logistische Abläufe, auf die die Immobilienwirtschaft reagieren müsse. Dabei brauche es nicht nur kundenzugängliche Ladenlokale mit Lagermöglichkeiten, sondern darüber hinaus auch botenzugängliche Lagerräume, virtuelle Gruppierungen von örtlich nicht zusammenhängenden Lagerorten, die Integration von Bereichen in Wohn- und Büroobjekten oder von Bahnhofsflächen sowie Pop-up-Lager für kurzfristige Lagerungen in Serviceflächen oder auch auf Freiflächen.

    Striebich: Shopping Center als wichtiger Baustein der letzten Meile

    Shopping Center können sich nach Ansicht von Klaus Striebich, ehemaliger Vorsitzender des Vorstandes beim German Council of Shopping Centers und Geschäftsführer von RaRE Advise – Retail and Real Estate, bis zum Jahr 2030 als wichtiger Logistikpartner etablieren. „Microhubs etwa können in jedem Shopping Center nicht nur ein Teil des Services sein, sie können auch für weitere Frequenzen sorgen und das Center als wichtigen Baustein in der ‚letzte Meile‘ fest verankern“, so Striebich. Damit Shopping Center ihre Eigenschaft als lebendiger Marktplatz behalten, brauche es allerdings auch passende politische Voraussetzungen. Die Rahmenbedingungen dafür müssten sowohl verwaltungstechnisch, als auch politisch gegeben sein. Dafür bedürfe es Anpassungen in der Gesetzgebung (vor allem im Bereich der Öffnungszeiten) und einer deutlichen Verschlankung der bestehenden Vorschriften zur Beschleunigung der Verfahren etwa im Bereich der Sortiments- und Nutzungsrestriktionen und der Schaffung von Baurecht). „Ansonsten wäre eine Wettbewerbsfähigkeit der heutigen Betriebsformen zukünftig nicht gewährleistet“, meint Striebich.

    REWE Group: Serviceausbau ist für Einzelhandel entscheidend

    Für Stephan Koof, stellvertretender Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Handel und Leiter nationale Expansion REWE / PENNY sowie Daniela Jacobsen, Projektassistenz Leitung nationale Expansion REWE / PENNY, ist insbesondere der Serviceausbau ein bedeutender Aspekt für den Einzelhandel. „Neben Lieferdiensten oder dem Abholservice sind es beispielsweise Selfscanning-Kassen, Paketstationen oder Stromtankstellen, welche vermehrt an ausgewählten Standorten Einzug halten und dem Kunden neben dem regulären Einkauf Zeitersparnisse, einen angenehmeren Einkaufsaufenthalt und zusätzliche Leistungen bieten“, schreiben die Autoren. Für den ländlichen Raum seien ebenfalls spezielle Angebotsstrukturen notwendig, um eine Versorgung langfristig garantieren zu können.

    Paetzmann: Grenzen zwischen Off- und Onlineshopping verschwinden

    Für Raimund Paetzmann, stellvertretender Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Logistikimmobilien und Vice President von Zalando, verwischen bis zum Jahr 2030 die Grenzen zwischen Off- und Onlineshopping oder werden sich gar ganz auflösen. „Man wird nicht mehr klar definieren können, ob es sich um einen Online- oder einen stationären Kauf handelt“, schreibt Paetzmann. „Dabei werden Erlebnis und Bequemlichkeit im Fokus stehen, denn mit zunehmenden Wohlstand kaufen wir nicht mehr nur ein Produkt, sondern wir kaufen die multisensualen Erlebnisse, die damit verbunden sind.“ So werde nicht nur für die Generation der Digital Natives die sogenannte „instant gratification“ und damit die sofortige Verfügbarkeit und Lieferung entscheidend sein. Dies stelle die Lieferketten zwar vor enorme Herausforderungen, die aber durch Digitalisierung und Sensorik gemeistert würden.

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    Fri, 25 Jan 2019 16:21:34 +0100 HandelLogistik
    Vermittlungsausschuss: ZIA drängt auf Einigung Berlin, 29.01.2019 – Vor dem Hintergrund des am morgigen Mittwoch tagenden Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat zur Grundgesetzänderung fordert der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, die beteiligten Akteure zur Einigung auf. „Beim bezahlbaren Wohnen und Bauen handelt es sich um ein akutes gesamtgesellschaftliches Problem, das dringend auf Lösungen angewiesen ist“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA. „Es ist daher nur folgerichtig, dass sich der Bund am sozialen Wohnungsbau beteiligen kann und die Länder auch finanziell unterstützt. So könnten wir zumindest noch in die Reichweite des avisierten Ziels von 1,5 Millionen Neubauwohnungen kommen. Die Mittel müssen fließen, eine Blockade der Länder ist hier eindeutig fehl am Platz.“

    Sollte es zu keiner Einigung kommen, plädiert der ZIA dafür, die soziale Wohnraumförderung vom sogenannten Digitalpakt, der morgen in gleichem Zuge behandelt wird, zu entkoppeln. „Im Zweifel sollten die Zuschüsse für die Förderung sozialen Wohnraums separat behandelt und nicht auf die lange Bank geschoben werden“, meint Mattner. „Dies ist der unstrittige Teil und kann auch schneller behandelt werden.“

    Zu der vom Bundestag aus Anlass des sogenannten Digitalpaktes verabschiedeten Änderung des Grundgesetzes hatte der Bundesrat in seiner Sitzung am 14. Dezember 2018 einstimmig den Vermittlungsausschuss angerufen. Das Gesetz verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten des Bundes zu einer aufgabenbezogenen Mitfinanzierung der Aufgabenwahrnehmung durch die Länder in verschiedenen Bereichen – unter anderem im Bildungsbereich – zu erweitern.

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    Fri, 25 Jan 2019 16:21:34 +0100 Wohnen
    Tschentscher bringt flächenorientierte Grundsteuer mit einfachem Ausgleich für Wohnlagen ins Spiel Berlin, 23.01.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt die Aussage von Dr. Peter Tschentscher, Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, in der Debatte um eine aufkommensneutrale und mehrheitsfähige Grundsteuerreform gemeinsam mit der Branche ein geeignetes flächenorientiertes Modell zu finden. Laut Tschentscher könnte ein einfacher Modus zum Ausgleich unterschiedlicher Wohnlagen herangezogen werden. Dies hatte er beim gestrigen Neujahrsempfang der ZIA-Region Nord gesagt. „Das bisherige Wertmodell des Bundesfinanzministeriums überfordert die Verwaltungen und ist nach Auffassung anerkannter Steuerrechtler nicht verfassungsgemäß“, so Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA. Darüber hinaus müsse es bei der Umlegbarkeit bleiben, sonst drohe ein Zusammenbruch der Branche.

    Grunderwerbsteuersatz wird beibehalten

    Tschentscher kündigte zudem an, den aktuellen Grunderwerbsteuersatz von 4,5 Prozent beizubehalten und nicht zu erhöhen. „Dies ist ein positives Signal für das Investitionsumfeld in Hamburg und für das bezahlbare Wohnen und Bauen“, sagt Sabine Barthauer, Vorsitzende der ZIA-Region Nord. „Die Grunderwerbsteuer ist ein enormer Stolperstein für Käufer und erschwert die Eigentumsbildung. In Zeiten angespannter Immobilienmärkte und hoher Erwerbsnebenkosten muss die immer weiter steigende Steuersatzspirale bei der Grunderwerbsteuer beendet werden. Deshalb ist es gut, dass Hamburg mit dieser Aussage ein deutliches Zeichen setzt und Kauf- und Mietpreise hierdurch nicht noch weiter künstlich in die Höhe getrieben werden.“

    Während andere Bundesländer die Grunderwerbsteuer seit 2007 insgesamt 26 Mal erhöht haben, hat Hamburg den Steuersatz seit 2009 konstant gehalten. Aus Sicht des ZIA wäre eine Senkung der Grunderwerbsteuer die beste Eigenheimförderung und ein richtiger Schritt zur Schaffung von bezahlbarem Bauen und Wohnen.

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    Wed, 23 Jan 2019 12:22:00 +0100 Kapitalmarkt und SteuernRegional
    Grundsteuer: Kieler Kompromissvorschlag kann zu erheblichen Ungleichbehandlungen führen Berlin, 20.01.2019 – Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, sieht den von Schleswig-Holstein eingebrachten Kompromissvorschlag für die Reform der Grundsteuer kritisch. Insbesondere eine Zonierung anhand der Bodenrichtwerte könne zu einer erheblichen Ungleichbehandlung führen. „Zum einen hat der ZIA schon oftmals auf die nicht immer durchgängig gleiche Qualität von Bodenrichtwerten hingewiesen“, sagt Dr. Hans Volkert Volckens, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Steuerrecht. „Zum anderen können Spreizungen von 30 Prozent ober- und unterhalb eines Mittelwerts im Extremfall dazu führen, dass Grundstücke im Rahmen der Grundsteuer mit fast dem Doppelten ihres tatsächlichen Wertes besteuert werden. Hierdurch gibt es erhebliche Zweifel, ob eine solche Ausgestaltung den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts gerecht wird.“ Falls die Spreizung jedoch verringert werde, tendiere die Bewertung wieder zu einer Einzelfallbetrachtung, die aufgrund des Aufwandes abzulehnen sei. „Darüber hinaus darf im Rahmen der Grundsteuerreform nicht nur an Wohnimmobilien gedacht werden“, meint Volckens. „Eine möglichst einfache Bewertung von Wirtschaftsimmobilien muss bei der Reform ebenso im Fokus stehen – eine Lösung für diesen Gebäudetyp scheint das Kieler Modell jedoch nicht vorzusehen. Das wäre fahrlässig.“ Insgesamt müsse zudem die konkrete Wirkung dieses Kompromissvorschlags zusätzlich anhand einer Verprobung untersucht werden. In der Diskussion um die künftige Berechnungsgrundlage für die Grundsteuer hat laut Medienberichten die Schleswig-Holsteiner Finanzverwaltung einen Kompromissvorschlag ins Spiel gebracht. Dieser sieht unter anderem vor, dass der Wert nicht auf Basis des Bodenrichtwerts einzelner Grundstücke berechnet wird, sondern der mittlere Wert für einen Ort herangezogen werden soll. Wenn es dort zwischen einzelnen Lagen erhebliche Abweichungen gibt, soll der Ort für die Berechnung in Zonen eingeteilt werden, in denen der Wert nicht mehr als 30 Prozent voneinander abweicht. ]]> Sun, 20 Jan 2019 14:46:58 +0100 Kapitalmarkt und Steuern Tag der Büroimmobilie: ZIA vergibt den Office Award 2019 Berlin, 17.01.2019 – Am 21. März 2019 findet in der Berliner Kulturbrauerei der erste Tag der Büroimmobilie des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, statt. Mit Unterstützung der Premium Partner Signa und Steelcase ist der Tag der Büroimmobilie der erste nationale Kongress zur Assetklasse „Büroimmobilien“. Dieser bringt die Akteure der Immobilienwirtschaft mit Vertretern der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik zu einer der wichtigsten Nutzungsarten in Deutschland ins Gespräch. „Büroimmobilien befinden sich mit der fortschreitenden Digitalisierung von Bürowelten und der Entwicklung von neuen innovativen Ansätzen in ihrer Bewirtschaftung und Vermietung in einem tiefgreifenden Wandel“, sagt Andreas Wende, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Büroimmobilien. „Vor dem Hintergrund der vorherrschenden Flächenknappheit müssen sich diese zudem in einem stark überregulierten Umfeld behaupten. Der Tag der Büroimmobilie ist daher ideal dafür geeignet, diese Nutzungsart in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit zu rücken.“

    Verleihung des ZIA Office Award: Erfolgreiche Bürolösungen gesucht

    Der ZIA sucht darüber hinaus erfolgreiche Beispiele für innovative und nachhaltige Bürolösungen, die beim Tag der Büroimmobilie ausgezeichnet werden. Unter den zehn besten Einreichungen wird erstmals der ZIA Office Award in insgesamt vier Kategorien (Hardware, Software, Flächenkonzept und Büromöbel) verliehen. Diese zehn gehen zusätzlich ins Rennen um den Publikumspreis und dürfen ihre Bürolösung beim Tag der Büroimmobilie vorstellen. Die Bewerbungsphase endet am 27. Februar 2019. Anschließend werden alle eingereichten Bewerbungen durch eine Jury gesichtet und bewertet.

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    Thu, 17 Jan 2019 11:37:35 +0100
    ZIA: Ernüchternde Zahlen bei Baugenehmigungen Thu, 17 Jan 2019 8:49:58 +0100 Wohnen ZIA hofft auf britische Vernunft nach Votum für ungeregelten Brexit Wed, 16 Jan 2019 9:18:42 +0100 Sonstiges ZIA warnt vor Schaden für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins Tue, 15 Jan 2019 11:28:10 +0100 RegionalBüro Grundsteuer: Verfassungsrechtliche Bedenken gegen Umlageverbot und wertabhängiges Modell Berlin, 11.01.2019 – In der Diskussion über ein mögliches Verbot der Umlagefähigkeit der Grundsteuer äußert der Augsburger Professor Gregor Kirchhof massive verfassungsrechtliche Bedenken. In einem vom ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, in Auftrag gegebenen Gutachten zweifelt Kirchhof daran, ob für diese Gesetzesänderung überhaupt der Bund zuständig ist. Zudem seien dem Gutachten nach Eingriffe in die zahlreichen bestehenden Mietverhältnisse „angesichts der ausgeübten Eigentümer- und Vertragsfreiheit verfassungsrechtlich nicht zu rechtfertigen.“ Neben dieser verfassungsrechtlichen Kritik könnten laut Kirchhof langfristig die Folgen des Verbots ein Rückgang von Wohnraumangeboten und eine Steigerung der Mieten sein. „Nach bereits breiter Kritik an der ökonomischen Sinnhaftigkeit eines solchen Verbots zeichnet sich nun auch ab, dass ein Verbot der Umlagefähigkeit verfassungsrechtlich höchst bedenklich wäre“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA. „Befürworter eines solchen Verbotes sollten von entsprechenden Überlegungen Abstand nehmen.“ Weitere verfassungsrechtliche Kritik am wertabhängigen Grundsteuer-Modell In dem Gutachten kritisiert Kirchhof auch das vom Bundesfinanzministerium vorgelegte wertabhängige Reformmodell. Er kommt zu dem Schluss, dass die Bemessung nach der vereinbarten Miete „ersichtlich gleichheitswidrig“ sei. Zudem orientiere sich der Reformvorschlag in seiner Ausrichtung auf den Grundstückswert „zu sehr an der Vermögensteuer“. Das wertabhängige Mietmodell würde demnach das Grundgesetz verletzen. „Neben die vielerorts kritisierte Komplexität des wertabhängigen Modells treten nun auch noch erhebliche verfassungsrechtliche Zweifel“, so Mattner. „Es überrascht nicht, dass das wertabhängige Modell mittlerweile von mehreren Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik abgelehnt wird – zuletzt sogar vom eigenen Koalitionspartner. Angesichts der kurzen Frist des Bundesverfassungsgerichts müssen wir jetzt schnell gemeinsam eine vernünftige und verfassungsfeste Lösung für ein Reformmodell finden. Weitere Vorschläge sollten sich an den Interessen der Beteiligten – darunter die Mieter und Nutzer der Immobilien – orientieren.“ Wertabhängiges Modell spricht gegen einfache Bewertungsregeln Kirchhof mahnt in dem Gutachten an, dass bei einer Erhöhung der Grundsteuer für einzelne Steuerpflichtige diese Mehrbelastungen „das Maß des Vertrauensschutzes und der Verhältnismäßigkeit wahren“ müssten. Darüber hinaus brächte das vom Bundesfinanzministerium bislang favorisierte Modell einen „erheblichen Verwaltungsaufwand“ mit sich, der die verfassungsgerichtliche Mahnung, einfache Bewertungsregeln zu setzen, „ersichtlich nicht befolgt“. Kirchhof warnt außerdem in dem Gutachten vor einer juristisch nicht sauberen Vermengung der Gründe für die Erhebung der Grundsteuer. Eine grundsteuerliche Bewertung nach dem Ertrags- oder Verkehrswert von Grund und Boden, wie im favorisierten Modell des Finanzministeriums vorgesehen, sei “nicht realitätsgerecht“ und liege „zu nah an der Vermögensteuer“. Das Bundesverfassungsgericht habe aber dem Gesetzgeber aufgegeben, die Grundsteuer von der Vermögensteuer zu unterscheiden. Die Grundsteuer ist daher als Äquivalenz- und Objektsteuer zu entwickeln. Das bedeutet, dass die Grundsteuer vor allem eine Gegenleistung für die zahlreichen Angebote sein soll, die Gemeinden den jeweiligen Eigentümern und Mietern einer Immobilie zur Verfügung stellen – wie etwa Kindergärten, Schulen und Sportstätten. Für Kirchhof drängt das Verfassungsrecht zum zweiten Vorschlag von Olaf Scholz, dem Flächenmodell. Dieses würde die „Steuerlast und Steuereinnahmen beständig, rechtssicher und nachvollziehbar“ regeln. „Die öffentliche Hand könnte dieses System in aller Regel aus eigener Kenntnis leicht, rechtssicher, gleichheitsgerecht und auch rechnergestützt anwenden.“ Die Finanzminister der Länder und der Bundesfinanzminister werden am kommenden Montag über die Reform der Grundsteuer beraten.]]> Fri, 11 Jan 2019 13:38:53 +0100 Kapitalmarkt und Steuern