Corporate Social Responsibility (CSR)

Nachhaltigkeit in der Bewertung

Angesichts der Bemühungen der Immobilienwirtschaft um nachhaltige Immobilien stellen sich sowohl die Immobilieninvestoren als auch die Bewerter die Frage, inwiefern das Vorhandensein nachhaltiger Aspekte in der Bewertung Berücksichtigung finden kann. Denn noch immer finden diese in der Wertermittlung keinen systematischen Eingang. Das ist zum Teil auch gut so, denn nicht auszudenken wäre es, wenn das Fehlen von Nachhaltigkeitsaspekten pauschal in Wertabschläge umgerechnet würde. Unternehmerisches Handeln ist eine wesentliche Determinante für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt. 

Bislang kann ein solcher Automatismus auf den Immobilienmärkten nicht abgelesen werden und wäre damit fundamental nicht gerechtfertigt. Bislang gibt es dazu auch noch keine vollumfänglichen und robusten Studien, die die Auswirkungen von Nachhaltigkeit und Preisen dokumentieren. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass die in der Immobilienbewertung vertretenen Organisationen wie RICS oder die TeGoVA in ihren Standards Antworten zum Umgang mit den Nachhaltigkeitsaspekten finden. Diese Standards sollten dabei den folgenden Prämissen folgen:

Um die Auswirkungen in Zukunft besser abbilden zu können, ist diese Transparenz von Nöten. Zudem muss dem Leser eines Gutachtens möglich sein, abschätzen zu können, inwieweit Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt, welche Quellen hierfür herangezogen und welche Schlussfolgerungen letztlich hieraus gezogen werden. Dabei sind spezifische Gegebenheiten zu berücksichtigen. Die Gutachten sollten dazu entweder ein separates Kapitel enthalten, in dem die Nachhaltigkeitsaspekte sowie deren Auswirkung auf den Wert der Immobilie beschrieben werden, oder es sollten die jeweiligen Aspekte bei den Bewertungsparametern erläutert und die Schlussfolgerungen erkennbar aufgezeigt werden. Dies gilt auch, wenn kein direkter Werteinfluss ableitbar ist. Auch auf die Gefahr einer mehrfachen Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien beispielsweise bei den Mietansätzen, den Bewirtschaftungskosten oder dem Kapitalisierungszinssatz ist hinzuweisen.

Auf dieser Grundlage fanden Beratungen mit der RICS sowie der TeGoVa statt. Zudem kann auf die solide Vorarbeit einer Expertengruppe der AG Nachhaltigkeit zurückgegriffen werden. Dazu wurden Nachhaltigkeitsaspekte mit ihrem Einfluss auf die jeweiligen Kenngrößen innerhalb der Bewertungsmodelle aufgelistet und abgeschätzt, wie hoch die Priorität ist. Diese Grundlage ist geeignet, den Austausch mit den Fachverbänden weiter zu vertiefen. In den Diskussionen wurde deutlich, dass das Thema Nachhaltigkeit für den Neubau relevant ist und bei deutschen Gebäuden durch die hohen Qualitätsstandards die Nachhaltigkeitskriterien meist per se erfüllt sind.

Nach oben