Positionen

Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014/16

Für die EnEV wurde 2008 von der damaligen Koalition (Meseberger Beschlüsse) das Ziel einer Verschärfung der energetischen Anforderungen in zwei Stufen um jeweils durchschnittlich 30% beschlossen. Nach der EnEV 2009 ist nun mit der EnEV 2014, die (auch) der Umsetzung der Vorgaben der EU-Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) vom 19. Mai 2010 dient, die zweite Verschärfung eingetreten.

Die EnEV 2014 ist beschlossen und trat zum 01.05.2014 in Kraft. Es handelt sich um die weitgehende Umsetzung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden als Teil der schrittweisen Heranführung an den europaweiten Niedrigstenergiegebäude-Standard für Neubauten ab 2019 bzw. 2021. Die BReg hält weiterhin am Wirtschaftlichkeitsgebot aus dem deutschen Energieeinsparungsgesetz (§ 5 Abs. 1 EnEG) fest, welches besagt, dass Maßnahmen sich innerhalb angemessener Fristen amortisieren müssen. Der Bestand erfährt keine Verschärfungen, Ausnahmen sind die Anforderungen an Außenbauteile (Verschärfung von Außentüren und Änderungen bei Erneuerung von Außenwänden). Bei Neubauten wurde dagegen eine Reduzierung des Jahres-Primärenergiebedarfes von 25% ab 2016 bei Wohn- und Nichtwohngebäuden beschlossen. Weitere Änderungen: Bis Ende 2016 soll eine Definition für Niedrigstenergie-NWG vorliegen (Diskussion zur EnEV 2016 beginnt gerade informell), bis Ende 2018 für WG, keine Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen (Nachtspeicheröfen), ein Modellgebäudeverfahren (EnEV-easy) wird ermöglicht, Pflicht zum Austausch alter Heizkessel (älter als 30 J. od. Bj. ‚85 – Beschickung mit flüss. o. gasförm. Brennstoffen), Pflicht zur Angabe v. Energiekennwerten + Energieeffizienzklassen in Immobilienanzeigen sowie Energieeffizienzklassen für Energieausweise.

Der ZIA begrüßt, dass es beim Bestand keine Verschärfungen gibt, da man bei der Sanierung von Bestandsgeb. schlicht an technisch-physikalische Grenzen stößt. Bei Neubauten war bereits mit dem Anforderungsniveau der EnEV 2009 die Grenze der Wirtschaftlichkeit für energet. Sanierungsmaßnahmen erreicht. Bereits die EnEV 2009 war ein Investitionshemmnis, daher sollte verstärkt auf Anreize gesetzt werden. Die EnEV sollte mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) für mehr inhaltliche Konsistenz sowie Transparenz und Klarheit in der Anwendung zusammengeführt und die Novellierungszeiträume für mehr Planungs- und Investitionssicherheit ausgeweitet werden. Für eine energet. San. v. Bestandsgeb. sind erhebliche Investitionen erforderlich, die oft erst nach Jahrzehnten amortisiert werden. Aus Sicht des ZIA ist für eine energet. Mod. des Immobilienbestands daher ein breiter Instrumentenmix unabdingbar, der Förderung ggü. ordnungsrechtlichem Zwang betont: Neben den ordnungsrechtlichen Bausteinen (Gesetze und Verordnungen) bedarf es daher einer Verstetigung der staatlichen Förderprogramme auf einem ausreichend hohen finanziellen Niveau (KfW-Programme, MAP) sowie der Schaffung zusätzlicher Anreize (z.B. steuerliche Maßnahmen). Gewerbeimmobilien müssen stärker als bislang im Förderinstrumentarium Berücksichtigung finden.

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Kontakt

Maria Hill

Ausschussvorsitzende Energie und Gebäudetechnik
ECE Projektmanagement, Director Sustainability & Internal Services

Philipp Matzke

Referent Energie- und Klimaschutzpolitik, Gebäudetechnik

Tel.: +49 30 2021 585 47