Lineare AfA

Lineare Abschreibung

Durch die lineare Abschreibung gemäß § 7 Absatz 4 EStG wird der Wertverzehr eines Gebäudes in der Regel über 50 Jahre verteilt. Der ZIA fordert in Anbetracht des technischen Fortschritts und der gestiegenen energetischen Anforderungen eine zeitgemäße Anpassung der linearen Abschreibung. Lag der langlebige Rohbau-Bestandteil eines Gebäudes im Jahr 2000 noch bei rund 55 Prozent und der Anteil der kurzlebigen Ausbau- und technischen Bestandteile bei 45 Prozent, so haben der technische Fortschritt und die gestiegenen energetischen Anforderungen dazu geführt, dass sich im Jahr 2018 diese Prozentsätze vertauscht haben. Der Anteil der langlebigen Rohbau-Bestandteile eines Gebäudes machte im Jahr 2018 somit nur noch 45 Prozent aus. Dies wird durch einen Bauforschungsbericht des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume und Integration Schleswig Holstein und der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. belegt.  Der Anteil kurzlebiger Gebäudebestandteile an den Gesamtinvestitionskosten wird sich insbesondere mit Blick auf die steigenden Anforderungen bei der Energieeffizienz tendenziell weiter erhöhen. Zur steuerrechtlich gerechten Abbildung des tatsächlichen Werteverzehrs und zur Abschaffung von Investitionshindernissen regen wir dementsprechend eine Erhöhung des Abschreibungssatzes um mindestens einen Prozentpunkt – und eine damit einhergehende Verkürzung der Abschreibungszeiträume – an. Hierdurch kann eine Steigerung der nutzungsklassenübergreifenden Bautätigkeit sowie die Umsetzung von aktivierungspflichtigen energetischen Sanierungsmaßnahmen gefördert werden.

Stand: 10. März 2020