Sonder-AfA

Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau

Um neue Anreize für den Mietwohnungsneubau zu schaffen, hat der Gesetzgeber eine steuerliche Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau ("Sonder-AfA") eingeführt. Damit wurde eine Idee der letzten Legislaturperiode neu aufgegriffen und nun verwirklicht. Die Sonder-AfA ist am 9. August 2019 in Kraft getreten.

Grundsätzlich begrüßt der ZIA die Bestrebungen des Gesetzgebers, der bestehenden Problematik steigender Mieten mit verstärktem Wohnungsneubau zu begegnen und auch die steuerlichen Rahmenbedingungen an die Herausforderungen der notwendigen Klimapolitik anzupassen. Aus der nun mit dem „Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus“ in § 7b EStG eingeführten Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau ergeben sich aus Sicht des ZIA jedoch folgende Anmerkungen und auch ein Anpassungsbedarf.

Durch den neuen § 7b EStG wurde bis einschließlich des Veranlagungszeitraums 2026 eine befristete Sonderabschreibung in Höhe von fünf Prozent pro Jahr und insgesamt maximal 20 Prozent innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren eingeführt. Die Sonderabschreibung wird zusätzlich zur regulären Abschreibung gewährt. Voraussetzung für die Sonderabschreibung ist unter anderem, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten EUR 3.000 je Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen. Außerdem muss die Wohnung im Jahr der Herstellung und in den folgenden neun Jahren der entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken dienen.

Unseres Erachtens ist die vorgesehene Deckelung der Anschaffungs- und Herstellungskosten bei 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu niedrig bemessen. Insbesondere mit Blick auf die künftig eher steigenden Bau- und Erwerbsnebenkosten erscheint die gewählte Höhe schwer einzuhalten. Hier sollte der Gesetzgeber nachbessern, damit die Begünstigung insbesondere auch in teuren Metropolregionen – in denen der Mangel in erster Linie besteht – tatsächlich in Anspruch genommen werden kann.

Nicht klar geregelt ist zudem die Berechnung des Steuervorteils aus der Sonderabschreibung, welcher nach der De-minimis-Verordnung in drei Veranlagungszeiträumen maximal 200.000 Euro betragen darf. Auch hier muss der Gesetzgeber oder die Finanzverwaltung Klarheit für den Steuerpflichtigen schaffen, damit verlässlich im Voraus bestimmt werden kann, ob die De-minimis-Regelung greift.

Stand: 10. März 2020