Wohnen

Demografischer Wandel

Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen. Auch die Immobilienwirtschaft ist von den Auswirkungen einer veränderten Altersstruktur sowie des Rückgangs der Bevölkerungszahl betroffen. Laut Statistischem Bundesamt werden im Jahr 2060 nur noch 60 bis 70 Millionen Menschen in Deutschland leben. Zudem steigt nach 2025 die Zahl der Haushalte mit einem Vorstand im Alter von mindestens 65 Jahren stark an. Auch die Zahl der Hochaltrigen ab 80 Jahren wird deutlich zunehmen. Es wird weniger Berufstätige, weniger Familien, mehr Ruheständler und mehr Pflegebedürftige geben.  Das ändert auch die Anforderungen an Wohnraum. 

Bereits die vorherige Bundesregierung hatte 2012 eine „Demografiestrategie“ vorgelegt, um die Rahmenbedingungen in allen Lebensbereichen an die Erfordernisse des demografischen Wandels anzupassen. Kernthemen sind dabei gesunde Arbeit, ein selbstbestimmtes Leben im Alter sowie die Lebensqualität im ländlichen Raum und in den Städten. Die große Koalitionvon CDU/CSU und SPD führt dies fort und unterstützt Maßnahmen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. So haben CDU/CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag u.a. die Verstetigung der Förderung von Mehrgenerationenhäusern angekündigt und im Bundeshaushalt 2015 16 Millionen Euro dafür eingestellt. Für die Schaffung von altersgerechten Wohnraum wurde das KFW-Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" mit einem Gesamtprogrammvolumen von 54 Millionen Euro (Laufzeit: 2014 bis 2018) wieder über Bundesmittel finanziert, das bestehende KfW-Darlehensprogramm wird nunmehr mit Investitionszuschüssen ergänzt. Die erste Stufe der Pflegegesetzesnovelle trat zum 1.1.15 in Kraft. Die finanzielle Unterstützung für den barrierefreien Umbau der eigenen Wohnung wurde von 2.557 Euro auf bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme erhöht.

Der ZIA bemängelt, dass die Bedeutung der Immobilienbranche für den Umgang mit dem demografischen Wandel nicht hinreichend berücksichtigt wird. Allein bezogen auf die Wohnungswirtschaft fehlen in den kommenden Jahren mehr als 2,5 Millionen altengerechte Wohnungen. Bereits zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden heute – meist von Familienangehörigen – zuhause umsorgt. Aus diesem Grund müssen die Organisation und die Finanzierung ambulanter Pflege künftig noch stärker in den Fokus rücken. Der ZIA plädiert zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen für ganzheitliche Lösungsansätze. Das beginnt bei einem kompakten Städtebau und geht über die Architektur und Gebäudeausstattung bis hin zu wohnungsnahen Dienstleistungsangeboten und einem auf die Betreuung älterer Menschen spezialisierten Quartiersmanagement. In diesem Zusammenhang sind neue Kooperationsformen zwischen der Immobilienwirtschaft und dem Pflegesektor zu eruieren.

Nach oben